Die Stadt Ulm darf nach dem Aus für Car2go zum Jahresende „nicht in ein absolutes Carsharing-Loch fallen“. Vor allem dürften Ulmer, die auf Car2go umgestiegen und ihr Auto aufgegebn hätten, nicht zur Neuanschaffung gedrängt werden. Darauf legt die Fraktion Grüne Ulm hoch drei Wert. Denise Niggemeier ist in einer Mitteilung „nicht gerade erfreut“ über den Rückzug des Daimler-Automietsystems aus der Teststadt Ulm. Allerdings seien die jüngsten Preiserhöhungen und der Verzicht auf mehr Elektrofahrzeuge ein Abschied auf Raten gewesen: „Ulm ist absehbar zu klein für über 200 Carsharing-Fahrzeuge mit voller Flexibilität.“

Die Grünen wollen daher den Betrieb eines Carsharing-Systems in der Doppelstadt ausschreiben. Dabei könnten der Datenschutz verbessert werden, der aus Sicht Niggemeiers bei Car2go „leider sehr löcherig“ war. Auch ein Betriebszuschuss sein kein Tabu. Man müsse auch weniger Fahrzeuge und nur noch feste Abholplätze akzeptieren.

Für Michael Joukov scheint es naheliegend, dass die Stadtwerke einsteigen: „Das dichte Elektro-Tankstellennetz der SWU und ihre Erfahrung beim Betrieb einer Leitstelle sprechen dafür, ein E-Carsharing in Ulm aufzuziehen.“ Weil das nicht Anfang 2015 zu machen sei, müsse es eventuell spezielle ÖPNV-Angebote für Car2Go-Nutzer geben.

In diese Richtung tendieren auch die Befragten einer Videoumfrage in der Ulmer Innenstadt. Viele – auch nicht-Nutzer – finden es schade, dass es das Angebot bald nicht mehr geben wird. Aber so ganz rund lief es nicht. Mehrere Passanten waren steigenden Preisen und der der mangelnden Verfügbarkeit der nicht zufrieden. Straßenbahn und vor allem Fahrrad liegen als Alternativen höher im Kurs als ein neues Carsharing-Angebot für die Ulmer Innenstadt.