Bauarbeiten Großbaustelle: In Ulm verkehren nur noch Busse

Der Slalom ist ausgesteckt: Richtung Bahnhof geht es nur noch einspurig, auf der Linie 1 verkehren ab morgen nur noch Busse. Deshalb sollten Autofahrer während der Pfingstferien einen weiten Bogen um die Baustelle am Theater machen.
Der Slalom ist ausgesteckt: Richtung Bahnhof geht es nur noch einspurig, auf der Linie 1 verkehren ab morgen nur noch Busse. Deshalb sollten Autofahrer während der Pfingstferien einen weiten Bogen um die Baustelle am Theater machen. © Foto: Matthias Kessler
Harald John 01.06.2017

Bevor es besser wird, muss es zunächst schlimmer werden. Oder, um diesen Satz auf die gegenwärtige Ulmer Situation anzuwenden: Bevor die Linie 2 verkehrt, fährt von Freitag an erst einmal gar keine Straßenbahn mehr. Stattdessen wird ein so genannter Schienenersatzverkehr eingerichtet; simpler ausgedrückt: Auf der gesamten Linie 1 fahren während der Pfingstferien Busse. Hintergrund: Die Großbaustellen am Theater und an der Ecke Wagner- und Beyerstraße.

Am Freitag um 21 Uhr schließen sich die Türen der Straßenbahndepots, der Schienenverkehr auf der Linie 1 zwischen Söflingen und Böfingen wird eingestellt. Am Fahrplan ändert sich allerdings nichts: Es verkehren Busse. Wo diese einige Haltestellen nicht anfahren können, werden eigene Stopps eingerichtet. Einzige Ausnahme: Die Haltestelle Alfred-Delp-Weg entfällt für die Zeit der Baumaßnahmen.

Vor allem rund um das Theater Ulm und am Finanzamt wird intensiv gebuddelt, hier werden die so genannten Gleisdreiecke eingegraben. Denn sowohl an der Ecke Olga- und Neutorstraße als auch an der Ecke Wagner- und Beyerstraße kreuzen sich künftig die Linien 1 und 2. Die Schienen verlaufen in drei Richtungen und bilden ein Dreieck. „Dieser Einbau“, so Projektleiter Ralf Gummersbach vor wenigen Wochen im Gespräch mit der SWP, „wird der einschneidendste Teil der Bauarbeiten in diesem Jahr.“ Während der Pfingstferien werden Leitungen verlegt, in den Sommerferien sollen Gleise und Weichen eingebaut werden.

Deshalb verschiebt sich in Fahrtrichtung Hauptbahnhof die Bus-Haltestelle bis vor das Theater, in der Gegenrichtung muss der Stopp einige Meter nach Osten verlegt werden.

Achtung, Stau!

Doch nicht nur für die Benutzer des Öffentlichen Nahverkehrs gibt es Auswirkungen, auch Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger sind massiv betroffen, Staus dürften nicht zu vermeiden sein. Denn von Donnerstag an ist die Olgastraße in Richtung Gericht auf eine Fahrspur eingeengt, Fußgänger müssen sich auf einem Notgehweg durchkämpfen. Erst nach dem Ende der Pfingstferien wird die Fahrspur zwischen Kelter- und Wengengasse wieder freigegeben.

Ebenfalls gravierend sind die Auswirkungen auf der Gegenfahrbahn. Denn zwischen Freitagabend , 20 Uhr und Samstagfrüh 5 Uhr, wird die Olgastraße in Richtung Bahnhof im Abschnitt Salzstadel/Theater voll gesperrt, die Umleitung läuft über Frauenstraße – Neue Straße. Aus beiden Richtungen bleibt die Tiefgarage Salzstadel erreichbar.

An der Wagnerstraße werden Fahrleitungsmasten eingebuddelt, deshalb wird sie tageweise gesperrt und eine Umleitung ausgeschildert. Währenddessen ist die Thränstraße Einbahn. 300 bis 400 Arbeiter sind auf der Linie 2 beschäftigt, der Ausbau läuft mit Hochdruck. Deshalb wird es auch am Kuhberg eng: Die Römerstraße wird von Dienstag, 13. Juni, an zwischen Römerplatz und Saarlandstraße nur stadtauswärts befahrbar sein.

Und die nächste Sperrung kommt sicher: Während der Sommerferien werden Ulms Bahn- wieder zu Busfahrern. Denn erst muss es schlimmer werden ...

Breite Haltestelle vor dem Bahnhof

Der Bauauschuss hat in seiner Sitzung den Bebauungsplan für eine neue, großen Haltestelle vor dem Bahnhof freigegeben. Dies gegen zwei Stimmen der CDU. „Durch den Beschluss wird eine vierspurige Verkehrsführung nicht mehr möglich sein“, so der Fraktionsvorsitzende Thomas Kienle, deshalb stimme man symbolisch dagegen. Eine Pollerlösung, so Kienle, hätte eine deutlich flexiblere Lösung je nach Verkehrsaufkommen ermöglicht.

Die Freien Wähler stimmten für die neue, 105-Meter-Haltestelle auf der Friedrich-Ebert-Straße. Auch wenn sie ursprünglich für eine vierspurige Lösung gewesen seien, sagte Helga Malischweski.