Ulm/Neu-Ulm Grippewelle lässt auf sich warten

RUDI KÜBLER, NICOLE REUSS 11.02.2013

Es wird geschnieft, gehustet, genießt – und die Taschentücher sind voll. Aber offensichtlich nicht voller als sonst. „Klar“, sagt Jörg Portius, Pressesprecher des Uni-Klinikums Ulm, „es ist eben Grippe-Saison.“ Jahreszeitlich bedingt steige die Zahl der Grippe-Patienten, und wie immer gebe es ein paar Fälle, die schwerer verlaufen – „vor allem ältere Patienten mit Vorerkrankungen“, so der Pressesprecher. Von „Alarmstimmung“ könne man aber am Klinikum nicht reden, „die Leute stehen nicht auf den Gängen“, sagt Portius.

Während Deutschland laut Robert-Koch-Institut unter einer der schwersten Grippewellen seit Jahren leidet, herrscht in Ulmer und Neu-Ulmer Hausarztpraxen überwiegend Alltag. „Es gibt natürlich viele Fälle mit Husten und Schnupfen, aber einen richtigen Influenza-Fall hatten wir noch nicht“, meint etwa Dr. Wolfgang Windmiller, der in Ulm Mitte praktiziert. Sein Neu-Ulmer Kollege Alfred Schömig verzeichnet dieser Tage zwar viele Infekte, „glücklicherweise bislang mit wenig schweren Verläufen“.

Indes: „Durch die hohe Mobilität der Menschen wird die Grippewelle sicher auch hier noch ankommen“, meint Windmiller. Schutz bietet etwa häufiges, sorgfältiges Händewaschen. „Auch eine Grippeschutzimpfung macht jetzt, wo nicht halb Ulm krank ist, vor allem für Risikopatienten noch Sinn“, sagt der Mediziner. Zwei Wochen dauert es etwa, bis die vermeintlich vollständige Immunisierung erreicht ist.

Wie aber können Betroffene zwischen einer harmlosen Erkältung und einer echten Grippe unterscheiden? „Ein normaler grippaler Infekt entwickelt sich langsam, meist über ein, zwei Tage, eine Influenza dagegen innerhalb von Stunden. Eben fühlt man sich noch gesund, kurz darauf hat man 39, 40 Grad Fieber“, sagt Windmiller. Im Zweifelsfall sollte man immer zum Arzt gehen, raten die Mediziner.