Verkehr Grippewelle: Zugausfälle der Bahn bis Sonntag

Auch am Dienstag, den 13. Februar, fahren nicht alle Züge nach Aalen und Biberach.
Auch am Dienstag, den 13. Februar, fahren nicht alle Züge nach Aalen und Biberach. © Foto: Matthias Kessler
Region / Helga Mäckle 13.02.2018
Lokführer sind krank, daher fallen viele Züge nach Aalen und Biberach aus. Voraussichtlich bis zum 18. Februar.

Voraussichtlich werden die Zugausfälle auf der Brenz- und der Südbahn noch bis zum 18. Februar andauern. Doch wie der Sprecher der Deutschen Bahn Baden-Württemberg auf Anfrage sagte, könne er leider beim besten Willen nicht sagen, wie lange die Lokführer noch krank sein werden. Es grassierten die Grippe und Erkältungskrankheiten. „Aber jeder Kollege, der sich gesund zurückmeldet, wird natürlich wieder eingeplant.“

Seit Samstag fahren die Züge wegen des Personalmangels auf den beiden Strecken nur eingeschränkt. Stand Montag entfallen auch am Dienstag, den 13. Februar, ab 9 Uhr die Regionalbahnen von Ulm nach Biberach. Dafür hält der stündlich verkehrende IRE zwischen Stuttgart und Lindau außerplanmäßig in Erbach. Fahrgäste, die ins Industriegebiet Donautal wollen, sollen auf Busse ausweichen. Auf der Brenzbahn fallen alle IRE-Züge zwischen Ulm und Aalen aus. Bahnreisende können auf der Strecke lediglich die Regional-Express-Züge nutzen.

Auch noch Faschingsferien

Laut Kortz sind in der Region Ulm so viele Lokführer krankheitsbedingt ausgefallen, „dass wir auch mit Ersatzleuten den Fahrplan nicht abbilden können“. Die Bahn erstelle ihre Dienstpläne generell so, dass die Verbindungen bei einem „normalen Krankenstand“ bedient werden können. Doch derzeit seien eben extrem viele Lokführer krank. Zudem sind Faschingsferien und daher seien Kollegen schlicht im schon länger geplanten Urlaub. Das Problem treffe im Übrigen nicht nur die Region Ulm, sondern ebenfalls den Bereich Singen/Schaffhausen, informierte Kortz. Auch dort habe die Grippe-Welle zugeschlagen.

Einen solch hohen Krankenstand könne die Bahn nicht kompensieren. Denn es gehe nicht so einfach, Lokführer aus anderen Regionen hier einzusetzen. „Zum einen muss jeder Lokführer eine spezielle Einweisung für einen bestimmten Lok-Typ haben, zum anderen braucht man Streckenkenntnisse.“ Dazu gehören zum Beispiel Informationen, wie lange der Bremsweg vor einem Bahnhof oder Haltepunkt ist.

Für Lutz Dächert, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Bezirk Süd-West, tritt durch den hohen Krankenstand in der Ulmer Region ein allgemeines Problem der Bahn zutage: „Die Schichtpläne sind immer auf Kante genäht, es sind zu wenig Leute da.“ Früher sei es normal gewesen, dass ständig eine „Bereitschaft“ in den Dienststellen saß, die im Notfall eine gesamte Schicht übernehmen konnte. Doch dieser Bereitschaftsdienst wurde Dächert zufolge aus Kostengründen gestrichen. Die engen Schichtpläne haben laut dem Gewerkschaftsfunktionär dazu geführt, dass selbst für das Einsteigen in die Lok ein bestimmtes Zeitlimit vorgegeben sei. Das führe letztlich dazu, dass sich die Kollegen nicht wertgeschätzt fühlten und total gestresst seien, sagt Dächert. „Ihre Ruhetage brauchen die Leute dann halt auch.“ Wobei er durchaus zugibt, dass es die Bahn in der Ulmer Region derzeit besonders hart trifft mit Krankheitsausfällen.

Info Wer wissen will, ob und wann sein Zug tatsächlich fährt:
www.bahn.de/liveauskunft

„Weißenhorner“ entgleist am Hauptbahnhof: Bahn untersucht Ursache

Verspätungen „Der Teufel ist ein Eichhörnchen“, so kommentierte Bahnsprecher Roland Kortz gestern die Tatsache, dass es beim Bahnverkehr in der Region dieser Tage nicht rund läuft. Nicht nur sind zu viele Lokführer krank, am Samstag kam es zudem wegen eines entgleisten Zugs im Bereich des Ulmer Hauptbahnhofs zu erheblichen Verwerfungen im Zugverkehr. Um kurz nach 12.30 Uhr war, wie berichtet, der „Weißenhorner“, der zwischen Ulm und Weißenhorn verkehrt, bei der Bereitstellung entgleist. Und das an einer neuralgischen Stelle: im Weichenbereich der Südbahn. Daher fielen 15 Züge Richtung Erbach komplett aus, für 76 weitere mussten für die Strecke Ulm–Erbach und in der Gegenrichtung Busse eingesetzt werden. Erst kurz vor 23 Uhr lief der Zugverkehr auf der Strecke wieder normal. Warum der „Weißenhorner“ entgleist ist, wisse man noch nicht, sagte Kortz weiter. Die entsprechenden Untersuchungen dauerten noch an.

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