Ulm / HANS-ULI THIERER  Uhr
Auch das ist Donaufest: Freundschaftliche Bande, gekoppelt mit dem Interesse, den Tourismus im deutschsprachigen Donauraum zu befördern.

Friedrich Bernhofer hat in seinem langen politischen Leben –  der heute 65-Jährige war erst Gemeinderat, dann Bürgermeister im Donauort Engelhartszell, später dann Landtagspräsident  von Oberöstereich –  die Erfahrung gemacht: Am ehesten kommen die Dinge voran, wenn Menschen miteinander können. Wenn die Chemie untereinander stimmt.

Mit der Ulmer Gesellschaft der Donaufreunde kann Bernhofer bestens. Seit 1979 bestehen Beziehungen. Fast keine Fahrt der Donaufreunde, bei der die Schachtel nicht anlegt in dem malerischen Ort wenige Flusskilometer vor den  berühmten Schlingen bei Schlögen, wo die Donau um kühne Kurven biegt. Eng sind die Kontakte zum früheren Donaufreunde-Vorsitzenden Frieder Nething und zu Uli Burst, einem Schachtelfahrer par excellence. Diese gute Bekanntschaft hat Bernhofer nun und nicht zum ersten Mal flussaufwärts nach Ulm geführt. Von hier kannte er in Hans Lorenser, Ernst Ludwig und Ivo Gönner schon drei der fünf Nachkriegs-Oberbürgermeister persönlich. Seit gestern ist diese Liste um einen länger: Gunter Czisch empfing den Gast aus Oberösterreich im Rathaus.

Dort war nicht nur freundliches Geplauder angesagt. Vielmehr ging es um die Frage, durch welche gemeinsamen Maßnahmen speziell der Donau-Tourismus im deutschsprachigen Raum weiter befördert werden könnte. Ist doch Bernhofer in seiner nachpolitischen Zeit Vorsitzender der Tourismus-Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich. Die präsentiert sich dieses Wochenende auf dem Donaufest, weshalb Bernhofer deren Geschäftsführerin Petra Riffert im Schlepptau hat. Mit am Tisch im Rathaus saß außerdem die bei der Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH angesiedelte Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Donau, Raissa Benchoufi.

Czisch sprach die touristischen Felder an, auf denen bereits touristisches Zusammenwirken existiert oder denkbar wäre. Stichworte: Doau-Radweg,  die Weltkultur-Erbe-Stätten und -Landstriche entlang der Donau samt herausragender Fundstücke wie dem Löwenmenschen, Transdanube, ein Projekt zur Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel und der Steigerung der Mobilität entlang der Donau.

Bernhofer, ganz Praktiker: Entlang der Donau existierten im Tourismus massenhaft Organisationen und Gemeinschaften. Deren Wesen sei in den meisten Fällen, dass man sich einmal im Jahr treffe, große Absichten erkläre, dann geschehe ein Jahr nichts,  und bei der nächsten Zusammenkunft nehme man sich dann wieder vor, was man sich bereits vor Jahresfrist vorgenommen hatte . . . Seine Erfahrung: „Am besten geht’s voran, wenn  Leute sich persönlich kennen und miteinander können. Da bin ich mit Ulm zuversichtlich.“

Bernhofer regte an, von Ulm und Oberösterreich aus eine Touristikkarte – sowohl klassisch herkömmlich als auch digital – anzustoßen, die außer dem Donau-Radweg und anderen interessanten Fährten alle maßgeblichen Sehenswürdigkeiten entlang des deutschsprachigen Donauraums abbildet, respektive abrufbar macht. Die Konzentration auf den deutschsprachigen Donauraum hält Bernhofer wegen der hohen Qualität der touristischen Angebote in Deutschland und Österreich für gegeben. „Die Donau zieht inzwischen finanzkräftiges Publikum aus Übersee an. Nicht wenige der 400.000 Passagiere der Kabinenschifffahrt kommen aus USA, Australien, Neuseeland oder Fernost.“

Im Anschluss war Bernhofer dann ganz Privatmann und Gast unter Ulmer Donaufreunden. Auch da stimmte die Chemie ganz und gar.