Musik Grandioser Sommerbühnen-Auftakt am Blautopf mit Joo Kraus

Blaubeuren / Albert Hefele 17.07.2017

Peter Imhof und sein Team hätten es nicht viel besser erwischen können. Zum Start der 13. Sommerbühnen-Spielzeit am Blautopf passte gar alles. Ausverkauftes Haus, Wetter top und ein tolles Jubiläumsprogramm: Joo Kraus, sozusagen frisch vom Jazzfestival in Montreux eingetroffen, mit seiner Herzensband, dem Tales in Tones Trio, und – ganz was Neues – dem Stuttgarter Kammerorchester Arcata.

Die Besetzung: ein Wunsch, den sich Joo Kraus nachträglich zu seinem 50. Geburtstag erfüllt hat. Und was sollte angesichts dieser Kombination anderes herauskommen als großartige Musik? Denn wenn Kraus etwas anpackt, kann man sich darauf verlassen, dass Qualität entsteht. Der Ulmer Trompeter hat schon vor einiger Zeit den großen Schritt von einem sehr guten Instrumentalisten zu einer Musiker-Persönlichkeit der allerersten Kategorie gemacht.

Musikalische Souveränität

Sein Auftreten, sein sympathisch unspektakulärer Umgang mit seinen Mit-Musikern und dem Publikum, seine unglaubliche musikalische Souveränität. Man hat immer das Gefühl, dass er sich hundertprozentig auf sein Können und seinen Instinkt verlassen kann. Ob er singt oder rappt, ob er Streicher oder elektronische Effekte einsetzt, die Auswahl der Stücke, die Arrangements: Alles funktioniert, hat Niveau und macht Spaß. Da verzeiht man ihm sogar das neonrot funkelnde Schuhwerk.

Trotzdem wäre das alles natürlich nicht machbar, wenn da nicht eine geballte Ladung musikalischer Qualität mit auf der Bühne vertreten wäre. Neben den Streichern von Arcata das wunderbare Tales in Tones Trio: Torsten Krill am Schlagzeug, Veit Hübner am Bass und – Achtung! – Ralf Fischer am Piano. Bei ihm hat man auch das Gefühl, dass er es noch ein bisschen besser kann als die meisten anderen. Sein Solo über Sades „Smooth Operator“ trieb auch Joo Kraus dazu, sein ganzes Können auszupacken: zum Niederknien!