Ulm Goldmedaille für 3,50 Euro

Ulm / WOLFGANG SCHEERER 28.06.2013
Die Goldmedaille aus Blech mit Messingüberzug, das Münster auf der Rückseite: So werden die Sieger der Leichtathletik-DM geehrt.

Wer bei der 113. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft am 6. und 7. Juli im Donaustadion auf dem Podest steht, nimmt nicht nur schöne Erinnerungen an Ulm mit, sondern auch handfest Ulmisches: Schwarz-weiß in den Farben der Stadt gehalten ist die Kordel, und wie die City wird die Rückseite der Plaketten vom Münster dominiert. 80 Medaillensätze für die demnächst Erfolgreichen liegen aktuell bereits bereit für die großen Tage - aufbewahrt sach- und fachgerecht beim Amt für Bildung und Sport.

Ein Safe ist dafür nicht notwendig. Denn bei Gold, Silber und Bronze handelt es sich in diesem Fall um kein chemisches, sondern um ein rein ideelles Element, das für den bleibenden Wert sorgt.

Der Anschaffungspreis selbst, so die amtliche Auskunft, sei aus diesem Grund "sehr überschaubar". Die Medaillen sind nämlich blechern mit entsprechendem Überzug aus Messing (goldfarbig), aus Zink (silberfarbig) und aus hellem Kupfer (bronzefarbig). Mit Abstand am teuersten sind jeder Logik und Erfahrung folgend die goldfarbenen: Das Stück, ebenfalls amtlich bestätigt, "rund 3,50 Euro (netto)". Die silber- und bronzefarbenen liegen lediglich bei 3 Euro.

36 Siegerehrungen wird es bei der Meisterschaft geben. Warum dafür dann nicht insgesamt 108 Medaillen ausreichen, sondern 240 auf Lager sind, erklärt sich vergleichsweise einfach: Bei einer DM gibt es immer auch Staffel-Rennen. Und da braucht es für eine Siegerehrung nicht nur eine Plakette, sondern gleich vier je Läufer-Quartett.

Auf den Medaillen zu sehen ist die typische Ulm-Silhouette: Fischerviertel-Giebel vor dem Münster. Die Kringel und Halbkringel rechts und links am Münzrand sind wohl Zugabe künstlerischer Freiheit, wobei laut Aktenlage der Name des Schöpfers nicht registriert ist.

Auf die allerersten Ulmer DM-Medaillen 2003 waren übrigens auch noch ein paar Wellen als Andeutung für die Donau geprägt. Doch von der zweiten Auflage 2006 an über 2009 bis jetzt blieb die Rückseite unverändert. Was, dem schwäbischen Spargedanken folgend, auf jeden Fall ebenfalls Gold wert ist. Oder zumindest glänzendes Blech mit Messing-Legierung.