Weihnachtsmarkt Ulm Glühwein: Bakterien auf Tasse entdeckt

Kontrolleure fanden an einer Tasse auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt Keime. (Symbolbild)
Kontrolleure fanden an einer Tasse auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt Keime. (Symbolbild) © Foto: dpa
Ulm / Ulrike Schleicher 19.12.2018
Wie sauber wird auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt gespült? Der Wirtschaftskontrolldienst hat bislang keine Beanstandungen. Ein Team des SWR dagegen fand bakterienverseuchte Tassen.

Appetitlich ist es nicht. Aber darum Herumreden nutzt auch nichts: Ein Team der Sendung „Marktcheck“ des SWR-Fernsehens hat auf dem Ulmer wie auch auf anderen Weihnachtsmärkten im Land Glühweintassen auf Verunreinigungen untersuchen lassen – und hier zwei schwarze Schafe gefunden. Auf den Tassen zweier Standbetreiber fanden sich Schleimhaut- und Darmbakterien, darunter Staphylokokken übelster Sorte, so dass der untersuchende Professor aus Marburg in dem TV-Beitrag vom 11. Dezember zum Schluss kommt: „Die waren gar nicht gespült.“

„So etwas darf natürlich nicht vorkommen“

Das bietet Anlass nachzufragen, wie es um die hygienischen Zustände auf dem Weihnachtsmarkt bestellt ist. Jürgen Eilts, Geschäftsführer der Ulm-Messe GmbH, die für die beliebte Veranstaltung verantwortlich zeichnet, hat von dem Ergebnis gehört. Er sei bereits von einigen Leuten angesprochen worden, sagt er auf Anfrage: „So etwas darf natürlich nicht vorkommen.“ Man gehe mit dem Thema offensiv um und versuche nicht, etwas zu beschönigen. Er werde sich bemühen, die Verantwortlichen herauszufinden und mit ihnen sprechen.

Grundsätzlich seien die hygienischen Verhältnisse auf dem Markt aber gut. „Es gibt 25 Stände, die Glühwein anbieten.“ Alle füllten das Getränk in die Ulmer Weihnachtsmarkttasse ab, die die Ulm-Messe zur Verfügung stellt. Bis zu 40.000 Tassen seien im Umlauf. Seit 2005 sei das so geregelt, damit „die Besucher die Tassen an jedem Stand zurückgeben können“. Alle Stände hätten auch ihre eigene Industriespülmaschine, in der die Tassen bei 72 Grad sauber gespült werden.

Bisher keine negativen Rückmeldungen

Ihren Abfall können die Standbeschicker auf einen kleinen Müllhof bringen, der beim südlichen Münsterplatz liegt und zweimal täglich geöffnet ist. Dort werde Pappe, Glas, Dosen und Fett getrennt gesammelt. Um den Markt herum reinige die städtische EBU mehrmals täglich die Mülleimer. „Und der Restmüll, es sind Servietten und Essensreste, wird bei den Ständen gesammelt.“

Neben der Marktaufsicht, die täglich vor Ort sei – „wenn den Mitarbeitern etwas auffällt, reagieren sie sofort“ – kontrollierten Mitarbeiter der zuständigen städtischen Behörde. Früher hieß sie Wirtschaftskontrolldienst und war bei der Polizei angesiedelt, heute gehört sie zum Veterinäramt. Dessen Leiter Thomas Ley sagt, er habe noch keine negativen Rückmeldungen von seinen Mitarbeitern bekommen.

Die Kontrollen seien dicht getaktet. Zu Beginn des Weihnachtsmarktes würden zwei Mitarbeiter alle Stände begutachten, die Lebensmittel anbieten. „Da geht es etwa um Handwaschbecken und Kühlmöglichkeiten.“ Während des Betriebes fänden stichprobenartige Kontrollen statt. Sein Fazit: „Eigentlich verbessern sich die hygienischen Bedingungen von Jahr zu Jahr.“ Trotzdem: Er werde versuchen, die Pappenheimer herauszufinden.

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Händler zufrieden

Zwischenbilanz: Ob die Schallmauer – nämlich eine Million Besucher auf dem Weihnachtsmarkt – dieses Jahr gesprengt wird, ist laut Jürgen Eilts nicht klar. „Wenn das kommende Wochenende nochmals stark wird – vielleicht.“ Bislang seien die Händler zufrieden. Bei aller Begeisterung über diese Zahl – er finde es angenehm, wenn die Gassen nicht so vollgestopft seien. Er habe befürchtet, dass sich die Terrorattacke auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg negativ auswirke. „Aber das hat sich nicht bewahrheitet“, sagt Eilts. Die meisten ließen sich nicht einschüchtern.

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