Kritik an der Glacis-Galerie hat es seit ihrer Eröffnung im vorigen Jahr immer wieder gegeben: Die Toiletten kosten Geld, die Eingangstüren lassen sich für Besucher mit Rollstuhl oder Kinderwagen nur schwer öffnen, kostenfreies Parken ist Fehlanzeige. Dazu kam noch ein desolates Abschneiden beim Shoppingcenter Performace-Report. Der neue Center-Manager Tim Mayer will die Wahrnehmung der Galerie bei den Besuchern jetzt ändern. „Wir sind bereit, uns kritisch zu hinterfragen“, sagt Mayer. „Und wir wollen zeigen, dass wir auf das Feedback der Kunden eingehen.“

Ein erster Schritt: Im Januar werden acht der Eingangstüren zu Schiebetüren umgerüstet, um ein leichteres Eintreten in die Galerie zu ermöglichen. Die Umrüstung kostet den Betreiber ECE eigenen Angaben zufolge knapp 100.000 Euro.

Zudem gibt es Veränderungen  in der Ladenzeile: Zwei der derzeit elf leerstehenden Ladenflächen werden in den kommenden Monaten neu belegt. Auf die etwa 200 Quadratmeter große Fläche im Erdgeschoss, die bis Mitte des Jahres vom Modeunternehmen Zero bespielt wurde, zieht die Neu-Ulmer FKV Dance Tanzschule. Inhaberin Verena Kraus, die in der Tanzshow Got to Dance bekannt wurde, vergrößert damit ihr Tanzstudio. Tim Mayer erhofft sich von der Neubelebung mehr Laufkundschaft im Center. Zudem unterstreiche es die Zielsetzung, die Glacis-Galerie weg vom reinen Einkaufszentrum hin zu einem „Erlebniscenter“ zu entwickeln.

Auch im Foodcourt kündigte Mayer Veränderungen an. Auf die Fläche des insolventen Anbieters türkischer Speisen soll im ersten Quartal des kommenden Jahres ein neuer Mieter einziehen. Eine schnellere Belegung sei nicht möglich gewesen, da aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens das Center-Management bis Anfang dieser Woche keinen Zugriff auf die Fläche hatte. „Der Vertrag ist bereits unterschrieben, und es wird wieder türkische Spezialitäten geben“, erklärt Tim Mayer.

Kooperation mit der Hochschule

Einen weiteren Ansatz, um mehr Kunden in das Einkaufszentrum in der Neu-Ulmer Innenstadt zu bekommen, haben vier Studenten der Hochschule Neu-Ulm entwickelt. Ein Einkaufsbeutel soll die Hauptzielgruppe der 16- bis 29-Jährigen in die Glacis-Galerie locken und gleichzeitig zu Stammkunden werden lassen. Das soll mithilfe von Buttons funktionieren: Der Kunde erhält nach Vorlage eines Kassenzettels aus einem Laden aus der Galerie im Gegenzug einen persönlich individuell gestaltbaren Button, den er an seinen Einkaufsbeutel pinnt. Für zehn Buttons gibt es einen Einkaufsgutschein. „In unseren Befragungen hat sich gezeigt, dass die Kunden vor allem Rabatte wollen“, erklärt Lea Rumpf.

Mit ihrem  Konzept „Da kannste einpacken“ haben sich Sarah Engelhardt, Thomas Kratzer, Ann-Kathrin Lorenz und Lea Rumpf gegen sechs weitere Teams durchgesetzt. „Es gab auch andere Ideen, etwa mit vertical dancers an der Außenfassade Menschen in die Galerie zu locken“, sagt Mayer

Das Gewinner-Konzept  überzeugte Mayer aufgrund der Individualität für den Kunden. Zudem gehe es auf das bisherige Manko des Einkaufszentrums ­– die fehlenden Stammkunden – ein, wie Prof. Jens Pätzmann vom Kompetenzzentrum Marketing und Branding der Hochschule. „Somit ist es relevant.“ Wie auch die Glacis-Galerie. „Sie steht Neu-Ulm gut zu Gesicht.“