„Wir sind beide Braumeister“, erklärt der 34- jährige Korbinian Rau. „Ich beim Barfüßer, Dominik hier in der Kronen-Brauerei. In der Meisterschule haben wir uns auch kennengelernt. Damals habe ich schon nach der Lehre mit Obstbränden experimentiert“ sagt Rau, „als der Gin-Hype dann aufkam, hat Dominik vorgeschlagen, das doch auch mal zu versuchen.“

Wacholderbeeren, Hopfen und Malz

Also machten sich die beiden in Sachen Gin schlau und probierten sich am In-Getränk. Schnell war die Idee geboren, Zutaten aus ihrem täglichen Job, dem Bierbrauen, zu nutzen. Zu den Wacholderbeeren gesellten sich also Hopfen und Malz. Da ihre Mischung sehr gut ankam, musste bald eine größere Destille her. „Bestellt haben wir sie im letzten Oktober. Da hat natürlich keiner gedacht, dass jetzt erst mal fünf Monate alles zu ist. Unseren Gin gibt es ja vor allem auch in Bars wie Frau Berger, Ronnie Biggs, früher auch in der Hudson – da geht natürlich gerade nichts und das merken wir auch“, so Dominik Russ. Ein paar Händler listen ihn online, momentan gibt es den Gin nun vor allem bei der Brauerei zu kaufen. Beim recht zeitaufwendigen Aufbau der Destille hat den beiden dann aber die vielerorts herrschende Kurzarbeit in die Karten ­gespielt – Freunde halfen auch bei der Elektrik und den Fliesen. „Jetzt ist die Destille schon ein richtiger Hingucker und wenn wir brennen, kann man uns nun zuschauen“, freut sich Korbinian Rau. „Aktuell warten wir auf die letzten Genehmigungen, dann kann es losgehen“, ergänzt Russ.

Ab und zu gibt es auch etwas ganz Besonderes, einen Winter- oder Sommergin zum Beispiel. Und nicht nur die Ulmer lieben das Getränk, die beiden haben bereits mehrere Preise für ihren Gin bekommen. Im International Wine Spirit Competition (IWSC) gab es Bronze und die Winteredition 2020 bekam Silber. Nun sind alle gespannt, was nun aus der neuen, größeren Destille herauskommt. „Wir glauben ja, der wird noch besser“, sagen beide unisono – glänzende Aussichten also.