„Ein bisschen was geht immer.“ In diesem Satz von Ulrich Soldner schwingen Erleichterung, Freude und Sorge gleichermaßen mit. Der Ulmer Geschäftsführer des Stadtentwicklungsverbands Ulm/Neu-Ulm (SUN) hat mit seinem Neu-Ulmer Kollegen Peter Stamm ein Problem, das eher größer als kleiner wird: Es fehlen Gewerbegrundstücke. Die Nachfrage ist dank guter Konjunktur und des starken Wirtschaftsstandorts Ulm/Neu-Ulm hoch. Die Städte tun sich aber schwer, für jeden das Passende zu finden.

Doch auch da gilt: Not macht erfinderisch. So werden im Industriegebiet Donautal auch einzelne Flächen bebaut, die eigentlich als „unantastbar“ gelten, wie Soldner es formuliert: Grünstreifen, öffentliche Randflächen oder längst aufgegebene Bahngleise. Es handele sich jeweils um kleinere Grundstücke, die aber den Erweiterungsbedarf der einen oder anderen angrenzenden Firma befriedigen können.

Grünstreifen oder öffentliche Flächen zu bebauen, ist aber ein schwieriges Unterfangen. Mehrere Behörden und städtische Abteilungen sind damit befasst, müssen ihre Zustimmung geben, Grünkonzepte erstellen und Ersatzflächen finden.

Freie Flächen für Gewerbe stehen nur noch wenige zur Verfügung. Platz gibt es noch im Science Park III, der allerdings für Unternehmen aus Forschung und Wissenschaft reserviert ist. Im Ulmer Norden sind auf Dornstadter Gemarkung Flächen verfügbar. Darüber hinaus laufen etliche Gespräche mit Grundstückseigentümern.

Auf dem sechs Hektar großen ehemaligen Moco-Areal an der Blaubeurer Straße, das die Stadt Ende 2016 gekauft hat, ist die Ansiedlung von Gewerbe geplant. Die Verkehrs- und Bebauungsplanung läuft jetzt an, sagt Soldner. Das Interesse an dem Gebiet sei groß, „manche Firmen würden am liebsten gleich mit dem Bau beginnen.“ Vor Anfang 2020 werde das jedoch kaum klappen.

Große Ansiedlung in Neu-Ulm

Auch auf Neu-Ulmer Seite stehen nur noch wenige Flächen zur Verfügung, laufen Gespräche mit Grundstückseigentümern, berichtet Stamm. Deren Neigung, Flächen zu verkaufen, sei in Niedrigzinszeiten nicht besonders ausgeprägt. Als nächstes werde das Gebiet Riffelbank an der A 7 Richtung Nersingen entwickelt. Im Gewerbegebiet Schwaighofen steht ein großes Projekt an. Rund 3,6 Hektar wurden an ein Unternehmen aus der Automobilbranche verkauft, das sich vergrößern will. Mit dem Bau soll im Sommer begonnen werden. Einzelheiten will das Unternehmen noch nicht bekannt geben.

Eines der besten Jahre in der Geschichte des SUN


Ansiedlungen Mit insgesamt 28 Ansiedlungen von Firmen ist das Jahr 2016 eines der besten in der 16-jährigen Geschichte des Stadtentwicklungsverbands Ulm/Neu-Ulm (SUN), der die Gewerbeflächen der beiden Städte vermarktet. 16 davon betrafen Ulm, 3 Neu-Ulm, die Kooperationsgemeinden Dornstadt und Nersingen 4 beziehungsweise 5. Durchschnittlich liegt die Zahl der Ansiedlungen bei 17.

Unternehmen Zu den Ansiedlungen 2016 gehört das Biotech-Unternehmen Sartorius-Stedim, ein Hersteller von biopharmazeutischen Produkten, im Science Park III mit rund 80 Arbeitsplätzen.