Ulm Geteilter Preis, gemeinsame Ausstellung

Bildhauerin Andrea Gorsewski (links) und Malerin Regina Wieser in der Künstlergilde Ulm.
Bildhauerin Andrea Gorsewski (links) und Malerin Regina Wieser in der Künstlergilde Ulm. © Foto: Otfried Käppeler
Ulm / OTFRIED KÄPPELER 02.12.2015
2014 teilten sie sich den Gildepreis. Nun stellen Andrea Gorsewski und Regina Wieser ihr künstlerisches Spektrum in den Räumen der Künstlergilde vor.

Gildepreisträger erhalten eine Einzelausstellung. Das ist der Preis. Da sich Andrea Gorsewski und Regina Wieser 2014 diesen Preis teilten, teilen sie sich nun auch die Räume der Künstlergilde Ulm.

Regina Wieser aus Horgau zeigt sich in ihrem Teil der Ausstellung sehr vielseitig. Sie malt, zeichnet, collagiert, fotografiert und verwendet dafür oft noch Materialien wie Wachs oder Erden. Schon in "Bloß ein Loch", für das sie den Gildepreis bekam und in dem sie Fotografie und einen Nylonstrumpf verband, zeigte sie eine originelle Kombination verschiedener Techniken und Materialien.

Das Fragment und die Schematisierung sind die verbindenden Elemente im Werk Regina Wiesers. In einem Stillleben werden Vasen und Gefäße vorsichtig angedeutet, Fotos derart schematisiert, dass kaum mehr Details zu erkennen sind. Oder eine Figur verschwindet schemenhaft hinter einer Wachsschicht. Die Vielseitigkeit hat allerdings ihre Tücken. "Fragment auf rotem Holz" nennt die Künstlerin ein Wandobjekt aus Schwarzweißfotos, die an roten, lose angeordneten Holzstäben angebracht sind. Das ist doch allzu beliebig objekthaft, ist weder originell, noch formal stringent.

Andrea Gorsewski zeigt Skulpturen aus Gips, aus synthetischer Abformmasse und aus Steinen. Stets ist die Komposition reduziert auf wenige Linien und Rundungen. Ruhe und Konzentration strahlen ihre Skulpturen aus, egal, ob die Form eher voluminös oder schlank ist. Für eine ganze Reihe von Steinen habe sie die Form des Oloids gewählt, sagte der in die Ausstellung einführende Vater der Künstlerin, Niklaus Schmid-Heimes. "Dieser Körper lässt sich über seine gesamte Oberfläche abrollen."

Linie und Rundung belegen als formale Gegensätze den Formwillen der Künstlerin. Doch bei aller Konzentration in der Reduktion, meist bleiben die Skulpturen vom präzise Handwerklichen bestimmt.

Info Bis 13. Dezember, Do/Fr 14 bis17, Sa/So 11bis17 Uhr.