Ulm Nachtkritik: Sehenswerte Theater-Reise ins Herz der Finsternis

Stefan Maaß in „Die lächerliche Finsternis“ am Theater Ulm.
Stefan Maaß in „Die lächerliche Finsternis“ am Theater Ulm. © Foto: Martin Kaufhold
Magdi Aboul-Kheir 05.01.2018

Bilder und Videos werden auf Tüllbahnen projiziert – doch befindet sich dieser visuelle Hintergrund im Zuschauerraum. Das Publikum sitzt derweil auf der Bühne des Großen Hauses – und wird auf der Drehscheibe durch den Abend bewegt. So wird das Stück „Die lächerliche Finsternis“, das gestern Abend am Theater Ulm Premiere feierte, tatsächlich zu einer Reise: einer äußeren wie inneren. Wie dabei die vierte Wand außer Kraft gesetzt wird, ist ein cleverer Einfall von Andreas von Studnitz, der Wolfram Lotz’ preisgekröntes Stück (inspiriert von Joseph Conrad „Herz der Finsternis“ und dem Film „Apocalypse Now“) inszeniert hat. In Bewegung sind in diesem klugen Text dabei auch stets die Grenzen zwischen Ironie und Ernst, Normalität und Wahnsinn, ­Realität und Fantasie. Lang anhaltender Premierenapplaus für eine sehenswerte Inszenierung und ein eindrücklich aufspielendes Ensemble.