Ulm / VERENA SCHÜHLY  Uhr
Ein schönes, selbstgemachtes Geschenk ist etwas Besonderes. Häkelketten sehen toll aus und sind nicht schwierig herzustellen. Simone Gschaider bietet in ihrem Atelier im Kornmesserhaus Bausätze dafür an.

Am Anfang ist es der Anblick: Eine originelle Kette mit vielen bunten Perlmuttplättchen am Hals einer Bekannten. Auf ein entsprechendes Kompliment kommt als Antwort: "Die ist selbstgemacht!"

Die Grundlage ist ein Bausatz, den das Atelier Gschaider im Kornmesserhaus verkauft. Das "Set 11 - Coriandolo" kostet 21,50 Euro und beinhaltet: 140 Perlmuttplättchen mit einem Durchmesser von 12 Millimetern in verschiedenen Farben, 70 kleine mattschwarze Glasperlen, eine Rolle schwarzen Perlonfaden und ein Verschluss-Set. Wer sich damit ans Werk machen will, braucht noch eine feine Häkelnadel, eine Perlenfädelnadel, Schere, Kerze und eine Rundzange.

Im Zutaten-Tütchen ist auch eine Anleitung, ein doppelseitig bedrucktes Din-A-4-Blatt. Beim ersten Durchlesen klingt das Vorhaben reichlich komplex - aber wenn man es Schritt für Schritt abarbeitet, ist es auch für Erstversucher eine gut zu bewältigende Aufgabe.

Am Anfang sind - mit Hilfe der Nadel - die Perlmuttplättchen und Perlen auf das Nylongarn zu fädeln: immer abwechselnd zwei Plättchen und eine Perle.

Dann wird das Arbeitsgerät gewechselt: Mit der Häkelnadel werden Luftmaschen gemacht. Nach jeweils vier Maschen wird ein Stück des zuvor aufgefädelten Materials eingearbeitet. Das geht so lange, bis alle Plättchen und Perlen verarbeitet sind und ein etwa zwei Meter langer feiner Strang entstanden ist. Nach dem Abketten werden Anfang und Ende des Nylonfadens mit einem Knoten zusammengefasst und an einer Kerzenflamme miteinander verschmolzen.

Dann wird der lange Luftmaschenring doppelt gelegt, so dass vier gleich lange Stränge entstehen. An beiden Scheitelpunkten werden nun die einzelnen Teile des Verschlusses befestigt. Damit ist die Kette fertig.

Wer trotz der Anleitung Schwierigkeiten hat, kann einfach im Kornmesserhaus vorbeikommen. Simone Gschaider hilft gerne weiter. Seit neun Jahren betreibt sie ihren Laden. Die 39-Jährige hat Vergleichende Textilwissenschaft studiert und sich "schon immer dafür interessiert, wie was hergestellt wird", sagt sie über sich.

So kam sie letztlich auf die Idee, individuelle Ketten aus Rocailles (das sind winzige Perlen) herzustellen. In ihrem Atelier gibt es Röhrchen mit Rocailles in allen denkbaren Farbschattierungen. Und andere Preziosen, die sich in Schmuckstücke einarbeiten lassen: Perlmuttstückchen, Edelsteine, kleine Anhängsel aus Glas, Metall oder Kunststoff.

Gschaider stellt ihren Kundinnen ("es sind zu 100 Prozent Frauen; Männer können sich fürs Selbermachen von Schmuck nicht begeistern, die kaufen ihn lieber") das Material zur Verfügung, um individuelle Schmuckstücke zu fertigen. Kurse für acht verschiedene Techniken bietet sie regelmäßig an.

Mit der Zeit hat sie selbst zusätzlich die Ketten-Bausätze entwickelt, die den Vorteil haben, dass die Kundinnen wissen, "was am Ende dabei herauskommt. Da tun sich viele leichter." Im Angebot hat sie rund 30 unterschiedliche Modell-Bausätze, meist in kleinen Serien von 10 bis 20 Stück - so viel Kreativität muss für die bei Ulm aufgewachsene gebürtige Stuttgarterin schon sein. Sie denkt sich gern immer wieder was Neues aus. Ausnahme ist das "Set 11", das seinen Namen dem italienischen Wort für Konfetti (Coriandolo) verdankt: "Das ist der Renner." Die Kette ist so beliebt, dass sie schon mehrere, leicht abgewandelte Versionen aufgelegt hat.

Zum Fertigen der Kette braucht es drei gemütliche Abende. Wer die Zeit nicht aufbringen kann oder möchte, kann die fertige Kette auch im Kornmesserhaus kaufen, muss dafür aber tiefer in die Tasche greifen: Sie kostet 80 Euro - und hat eben nicht den Charme des Selbstgemachten. Info Atelier Gschaider im Kornmesserhaus, Kornhausplatz 10 (Eingang Breite Gasse) in Ulm. Homepage: www.kornmesserhaus.de

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