Ulm ist im Wandel: Hier macht ein Laden zu, da der nächste auf. Das hält die Stadt lebendig und verändert sie. Und doch finden wir es richtig toll, dass es noch ein paar wenige alteingesessene Läden gibt.

Tradition seit 1392: Fischhaus Heilbronner

Das Fischhaus Heilbronner in der Rebengasse ist ein Familienbetrieb. Auf diesem Foto ist Eugen Heilbronner (Mitte) mit seinen Söhnen Andreas (links) und Florian zu sehen.
© Foto: Volkmar Könneke

1392 wurde der Ulmer Familienbetrieb Heilbronner gegründet. Vor zwei Jahren ging deshalb das Jubiläum zum – sage und schreibe – 625-jährigen Bestehen über die Bühne. Der Laden in der Rebengasse steckt in einem Haus mit grau lasiertem Fachwerk. Drinnen ist immer eine Schlange, wenn hinter der Theke Fisch, Fischsalate, Sauermarinaden, Räucherfisch und Krustentiere verkauft werden.

Das Fischhaus Heilbronner befindet sich in einem Gebäude mit grau lasiertem Fachwerk.
© Foto: Isabella Hafner

Im hinteren Bereich und ein Stockwerk weiter oben werden verschiedene Fischgerichte angeboten. Stammgäste gibt es viele, schließlich wurde der Gastro-Tipp von Generation zu Generation weitergegeben ...

Stadtbekanntes Schaufenster: Spielwaren Gänßlen

Am Schaufenster von Spielwaren Gänßlen in der Herdbrucker Straße drücken sich die vorbeilaufenden Kinder nicht selten die Nase platt.
© Foto: Isabella Hafner

Wer kennt es nicht? Das Gänßlen-Schaufenster, das sich pünktlich zu Ulms heiligen Bräuchen – Fischerstechen und Nabada – in ein riesiges Wimmelbild verwandelt. Dann drücken sich nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene an dem Schaufenster unterhalb des Ulmer Marktplatzes die Nasen platt. Viel Arbeit steckt in der Szenerie, die der Spielzeugladen in Form von Legosteinen jedes Jahr aufleben lässt. Wenn das Schaufenster nicht voll mit Lego ist, ist es maximal ausgelastet mit Modellautos, Modelleisenbahnen und Puppenzubehör. Auf dekorative Schaufensterästhetik kommt es dabei weniger an. Hauptsache viel drin – das gefällt den Kindern. Betreiber Jürgen Gänßlen hat den Laden von seinem Vater übernommen, der nach dem Zweiten Weltkrieg von Farben und Kinderwägen nach und nach auf Kinderspielzeug umstieg.

Ulms letzte Backstube: der Zuckerbäcker

Bäckermeister Martin Zaiser und seine Familie hält den Zuckerbäcker in der Herrenkellergasse noch wacker am Leben.
© Foto: Volkmar Könneke

181 Jahre gibt es den Ulmer Zuckerbäcker in der Herrenkellergasse schon. Der kleine Laden, dessen Schaufenster noch wie in alten Zeiten von einem gedrechselten Holzrahmen eingefasst wird. Wer hin will, tritt eine Stufe hinab in das süße Schatzkästchen. Hier produziert die Familie Zaiser seit sechs Generationen unter anderem das Ulmer Zuckerbrot – in der letzten Backstube, die es in der Innenstadt noch gibt.

Damals wie heute viel los: Im Zuckerbäcker kaufen viele Kunden das Ulmer Zuckerbrot.
© Foto: Archiv

Früher buken sämtliche Bäcker der Stadt das Hefegebäck mit Malaga-Wein, Rosenwasser und Gewürzen. Heute nur noch der Zuckerbäcker. Die Familie hält die Bäckerei noch wacker am Leben, während rund herum sämtliche Filialen von Großbäckereien mit günstigen Backwaren Konkurrenz machen.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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