Ulm / lsw

Vor dem Landgericht Ulm sind sechs Syrer kurdischer Herkunft im Alter zwischen 18 und 27 Jahren angeklagt. Nach eigenen Angaben wollten sie in der Nacht zum 19. März 2018 gegen den Einsatz der türkischen Armee im Syrienkrieg protestieren. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft drei Angeklagten versuchten Mord und versuchte Brandstiftung vor, zwei sind der Beihilfe angeklagt. Der sechste Mann soll sich mit den anderen zu der Tat verabredet haben. Zur Tatzeit sollen acht Menschen in den Wohnungen des Hauses übernachtet haben, in dem sich auch der Gebetsraum der Moschee befindet. Ihren Tod hätten die Angeklagten billigend in Kauf genommen, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Sie forderte Freiheitsstrafen von bis zu sieben Jahren und drei Monaten.

Im Verfahren wegen der Brandstiftung an einer Ulmer Moschee hatte vor dem Landgericht die Verteidigung das Wort.

Zu einer „Dummheit“ hinreißen lassen

Die Verteidigung bezeichnete dies als überzogen. Die Angeklagten seien wegen des türkischen Einmarsches in der mehrheitlich von Kurden bewohnten nordsyrische Stadt Afrin emotional aufgewühlt gewesen und hätten sich zu einer „Dummheit“ hinreißen lassen. Sie hätten nicht gewusst, dass jemand in dem Gebäude wohnte. Eine Polizeistreife konnte das durch die Brandsätze entstandene Feuer an der Fassade des Hauses noch rechtzeitig ersticken.

Das könnte dich auch interessieren

Marcus Bühler hat sich mit dem Donau-Lokal „Bootshaus“ offenbar übernommen. Verpächter Ebbo Riedmüller will künftig nur noch für Veranstaltungen öffnen.

Nach Verwirrungen um Festnahmen von Terrorverdächtigen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bringt die Staatsanwaltschaft jetzt Licht ins Dunkel.