Über zwei Jahre hatte sich der Streit um den Holzofen einer Ulmer Pizzeria hingezogen, nun hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg den Gastronomen den Betrieb endgültig untersagt.

Die Anwohner waren wegen der ölhaltigen Rußpartikel aus dem Ofen der Pizzeria mehrfach auf die Barrikaden gegangen und hatten sich bei der Stadt beschwert. Die Gastronomen hatten versucht, mit dem Einbau von Filtern das Problem zu lösen.

Stefan Miltz vom städtischen Umweltamt konnte den Unmut der Anwohner verstehen. „Es war kein haltbarer Zustand.“ Die schmierigen Rußflecken auf Balkonmöbeln, der Wäsche, aber auch dem Parkett seinen eine „Belästigung und Belastung“ gewesen. Zugleich habe man sich aber sehr bemüht, „auch im Sinn des Gastronomen eine Lösung zu finden“. Man sei den Inhabern maximal entgegengekommen.

Auch Filter haben die Situation nicht verbessert

Der Einbau eines Rußpartikelfilters habe aber nicht den gewünschten Erfolg gebracht, auch der eines Auffangfilters nicht. „Die Beschwerden sind nicht abgerissen“, berichtet Miltz. Die Pizzeria habe zudem Probleme mit einem Installateur gehabt, das Prozedere zog sich in die Länge. „Die Anwohner hatten wohl den Eindruck: Die Behörde tut nix“, räumt Miltz ein, „manchmal mahlen die Mühlen langsam“.

Als ultima ratio blieb im Oktober 2018 nur, den weiteren Betrieb des Holzofens zu untersagen. Die Pizzeria legte dagegen Widerspruch ein, den das Verwaltungsgericht Sigmaringen im Dezember ablehnte. Die Gastronomen fochten diese Entscheidung an, doch der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim bestätigte sie nun.

Der Gastwirt habe argumentiert, er müsse ohne Holzofen sofort schließen, weil seine Pizzeria für diese Art der Herstellung bekannt sei. Das hielt der 10. Senat des VGH für nicht nachvollziehbar. Es gebe zahlreiche erfolgreiche Pizzerien in Ulm ohne Holzofen. Der Gastwirt habe verschiedene Möglichkeiten zur Kompensation, etwa den Einsatz hochwertiger Zutaten, eine Aufwertung des Gastraumes oder eine Preisanpassung.

Der Beschluss ist unanfechtbar, das Verfahren damit erledigt – und der Pizzaofen wird künftig mit Gas betrieben.

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