Ulm Geopark Schwäbische Alb: Die Heimat neu entdecken

Die Venus vom Hohlen Fels darf – als Nachbildung – in der Ausstellung über die Besonderheiten des Geoparks Schwäbische Alb nicht fehlen. Stefanie Batke, die im Nabi für Museumspädagogik zuständig ist, legt letzte Hand bei der Vorbereitung an.
Die Venus vom Hohlen Fels darf – als Nachbildung – in der Ausstellung über die Besonderheiten des Geoparks Schwäbische Alb nicht fehlen. Stefanie Batke, die im Nabi für Museumspädagogik zuständig ist, legt letzte Hand bei der Vorbereitung an. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Verena Schühly 06.11.2018
Die Sonderausstellung „Faszination Erdgeschichte“ zeigt geologische Besonderheiten mit lokalem Bezug. Heute ist Eröffnung.

„Wissen Sie, worauf Sie stehen?“ Mit dieser etwas provokanten Frage will der Geopark Schwäbische Alb auf seine erdgeschichtlichen Besonderheiten aufmerksam machen. Und das mit prominenter Unterstützung: Im Jahr 2015 hat die Region die Auszeichnung „Unesco Global Geopark“ bekommen. Im Naturkundlichen Bildungszentrum (Nabi) der Stadt Ulm ist ab Dienstag, 6. November, die Sonderausstellung „Geopark Schwäbisch Alb – Faszination Erdgeschichte“ zu sehen. Das Nabi ist eine von 30 Infostellen des Geoparks.

„Jetzt wachen langsam auch die Einheimischen auf“, sagt Dr. Peter Jankov, der Leiter des Nabi. Er sieht den Unesco-Titel als „Aufwertung in der Wahrnehmung“. Ziel der Ausstellung ist es, Lust auf Ausflüge in die Region zu machen und die Heimat zu erkunden, „denn sie ist es wert“. Die Wanderschau thematisiert die Entstehung der Schwäbischen Alb, die damit verbundenen weltbekannten Fossilien-Fundstellen, die landschaftsprägende vulkanisch-aktive Phase, die Entstehung der Höhlen, Dolinen, Trockentäler und Karstquellen – also alles, was mit Karst zu tun hat. Ulm ist die zweite Station.

Das „weiße Ulmer Gold“

Das Nabi steuert aus seinen Beständen weiteres Wissenswertes bei. Jankov sieht zwei direkte lokale Bezugspunkte, bei denen die neue Sonder- und die Dauerausstellung Hand in Hand gehen: der Kalk, das „weiße Ulmer Gold“, der laut Jankov im Blautal in besonders reiner Form vorkommt, und die Zementherstellung, die der Ulmer Apotheker Gustav Leube erfunden hat.Darüber hinaus ist hinter den Kulissen des Naturkundemuseums einiges geschehen: Die Ergebnisse zeigen sich auf der neu konzipierten Homepage.

Außerdem haben Jankov und sein museumspädagogisches Team die Präsentation der Dauerausstellung überarbeitet. Es gibt jetzt drei Themenbereiche: Naturräume, Naturvielfalt und Naturgeschichte. Die drei Standbeine sind auch im neuen Logo sichtbar und werden sich in Form eines Farbkonzepts durch die Schau ziehen.

„Für uns ist das ein Neuanfang am alten Standort“, sagt Jankov, denn mindestens mittelfristig bleibt das Naturmuseum in den Räumen der Friedrich-List-Schule. Das hat der Gemeinderat vergangenes Jahr so entschieden. An der räumlichen Situation ändert sich also nichts, was die Mitarbeiter aber nicht daran hindert, kreativ zu sein. So wurde jetzt eine neue interaktive Baum-Station entwickelt. „Wir haben Originalobjekte und zeigen sie in mehreren Dimensionen“, beschreibt Jankov das Profil des Nabi.

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Am Dienstag Eröffnung mit zwei Vorträgen

Seit 2015 hat die Schwäbische Alb die Auszeichnung Unesco Global Geopark. Bei der Eröffnung der Sonderausstellung werden am Dienstag, 18 Uhr, nach Bürgermeisterin Iris Mann zwei Vertreter des Geoparks über die Besonderheiten und dessen Funktion sprechen: der Vorsitzende Markus Möller und der Geschäftsführer Dr. Siegfried Roth.

Zu sehen ist die Schau von 7. November bis 13. Januar im Naturkundlichen Bildungszentrum der Stadt Ulm.

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