Der Jazzkeller Sauschdall startet am Wochenende in seine neue Semester-Spielzeit – mit einem neuen Programmmacher. Denn Philipp Zey, der sich die letzten vier Jahre um die Jazzkonzerte gekümmert hatte, hört auf. Der Grund: Der Physikstudent beendet sein Studium, sitzt derzeit an der Abschlussarbeit. Und wenn die abgegeben ist, geht es erst mal auf Weltreise – per Fahrrad.

Die erste Etappe führt donauabwärts ans Schwarze Meer, dann geht es über Indien und China weiter. Und das alles per Rad? „Ja klar, mit dem Spätzleshobel und meiner Posaune im Gepäck“, sagt der Musikliebhaber lachend, der schon als Schüler in der Uni Big Band mitmischte und der auch noch das kommende Semesterprogramm  vorbereitet hat.

Der neue Jazz-Booker ist ein alter Bekannter: Uwe Duckgeischel, den alle nur Tuc nennen, hat in den vergangenen Jahren auch schon am Programm mitgearbeitet, dabei aber bislang vor allem die Sonntagskonzerte betreut, die eher Künstler aus dem Folk und dem Indiebereich präsentieren. Jetzt übernimmt er auch das Jazz-Fach, das aber keineswegs verwässert werden soll: „Ich werde keine Indiebands buchen und Jazz aufs Plakat schreiben.“

Apropos Sonntagskonzerte: Das Auftaktkonzert an diesem Sonntag, 20.30 Uhr, bestreitet der englische Songwriter Stephen Burch, den Duckgeischel eher per Zufall entdeckte – als Anheizer eines Konzerts der Plane Austers in der Ulmer Hudson Bar. Duckgeischel buchte den charismatischen Sänger, der eigentlich Maler ist und nur Gitarre lernte, um sich die Zeit zu vertreiben, bis die Farben auf seiner Bildern so weit getrocknet waren, dass er weiterarbeiten konnte, vom Fleck weg.

Auch das zweite Konzert der Spielzeit ist die Folge eines Aha-Erlebnisses. Das hatte das Ulmer Jazz-Urgestein Peter Gruber, der mit seinem Jazz-Zone-Trio schon Stars wie Dusko Goykovich und Tony Lakatos in den Sauschdall holte, im vergangenen Jahr. „Ich hab im Radio einen Saxophonisten gehört und dachte mir: Das ist Coleman Hawkins.“ War es aber nicht. Der Musiker, der sich da so entspannt altmeisterlich durch Jazz, Blues und Soul schlängelte, wurde 1963 in Zürich geboren und heißt Duke Seidmann. Am 17. Februar gastiert er im Sauschdall mit dem Jazz-Zone-Trio, in dessen Reihen neben Peter Gruber diesmal Thilo Wagner (Klavier) und Davide Petrocca (Bass) spielen.

Am 9. März gastiert Peter Ehwald, den man vom Quartett des Ulmer Drummers Chris Krischkowsky her kennt,  mit Double Trouble in den Kasematten, am 23. März Yosai und am 8. April Jacques Palminger mit seinem sechsköpfigen 440-Hertz-Trio. Das komplette Semester-Programm gibt’s unter www.sauschdall.de