Pfuhl Generationswechsel beim TSV Pfuhl

Ursula Hörger trat nach 21 Jahren Vorstandstätigkeit beim TSV Pfuhl nicht mehr als Vorsitzende an. Patrick Winter ist ihr Nachfolger.
Ursula Hörger trat nach 21 Jahren Vorstandstätigkeit beim TSV Pfuhl nicht mehr als Vorsitzende an. Patrick Winter ist ihr Nachfolger. © Foto: TSV Pfuhl
Pfuhl / CHIRIN KOLB 12.04.2016
21 Jahre im Vorstand des TSV Pfuhl sind genug: Die Vorsitzende Ursula Hörger trat nicht mehr an. Sie sieht den Verein gut aufgestellt für die Zukunft. Das neue Turnzentrum erweist sich als Anziehungspunkt.
Eine abgebrochene Vorstandswahl und Hader – was den TSF Ludwigsfeld passiert ist (wir berichteten), ist für den TSV Pfuhl kein Thema. Der Vorstandswechsel nach neun Jahren ging in der Jahreshauptversammlung völlig reibungslos über die Bühne. Patrick Winter wurde von den 103 anwesenden Mitgliedern mit einer Gegenstimme zum Nachfolger von Ursula Hörger gewählt. Der 31-Jährige führt auch den Förderverein Turnen des TSV Pfuhl und hat sich wie Hörger und der gesamte Vorstand sehr für den Bau des Turnzentrums eingesetzt. Winter stehen die bisherigen Stellvertreter Johannes Stingl und Rudolf Erne zur Seite.

Ursula Hörger hatte nicht mehr für den Vorsitz kandidiert. Neun Jahre als Vorsitzende, davor neun Jahre als Zweite Vorsitzende und weitere drei Jahre als Kassenprüferin, insgesamt also 21 Jahre im Vorstand, seien genug. „Ich wollte zu einem Zeitpunkt aufhören, wenn der eine oder andere noch sagt: schade.“ Sie findet: Es ist Zeit für einen Generationswechsel, für Veränderungen und neue Ideen.

Die bisherige Vorsitzende wählte den Zeitpunkt ihres Rückzugs so, dass das wichtigste Projekt der jüngeren Vereinsgeschichte abgeschlossen ist. Das 2,5 Millionen Euro teure Turnzentrum ist im September eröffnet worden. Es ist umgehend zu einem Aushängeschild des Vereins und ein Mitgliedermagnet geworden, sagt Hörger. Am Bau des Turnzentrums haben sich die Mitglieder mit rund 3000 Stunden an Eigenleistungen beteiligt. Außerdem hat der TSV ein Darlehen über 480.000 Euro für den Bau aufgenommen. Den größten Teil der Baukosten decken Zuschüsse der Stadt Neu-Ulm und des Bayerischen Landessportverbands ab.

Die Nutzer müssen für die Betriebskosten der neuen Halle aufkommen. Eine Kooperation mit der Realschule und dem Gymnasium läuft bereits. Der Wirtschaftsplan für das erste Halbjahr im Betrieb stellt Einnahmen von 42.800 Euro Ausgaben von 29.800 Euro gegenüber, teilt Nadine Milosevic mit, die als Schriftführerin Margrit Moser-Frosch ablöste. Sina Watzl ist neue Hauptkassiererin, Anni Lammers ihre Stellvertreterin.

Die Turnabteilung, zu der auch die erfolgreichen Cheerleader gehören, stellt mehr als die Hälfte aller 2637 TSV-Mitglieder. 1007 davon sind Kinder und Jugendliche. Der TSV Pfuhl ist damit einer der größten Vereine in der Region. Insgesamt hat er elf Abteilungen.

Der neue Vorsitzende Winter, selbstständig im Bereich Blitzschutzanlagen tätig, sieht den TSV Pfuhl sportlich und finanziell gut aufgestellt. Er will dazu beitragen, den Verein noch besser zu machen. Winter betonte das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder und die soziale Verantwortung des TSV Pfuhl. Er kann sich auch eine engere Zusammenarbeit mit anderen Vereinen vorstellen. Den Vorsitz des Fördervereins will der neue TSV-Vorsitzende demnächst abgeben.

Ein Dauerthema übernimmt er: Es ist nicht gelungen, für die Fußballer ein drittes Spielfeld anzulegen, weil kein geeignetes Grundstück gefunden wurde. Winter hofft, dass ein Vorstoß der CSU Erfolg hat. Die Fraktion hatte beantragt, die Stadt Neu-Ulm soll mit dem Landratsamt darüber verhandeln, ob am Schulzentrum die Anlage eines Kunstrasenplatzes möglich wäre. Das würde den TSV Pfuhl und den FC Burlafingen entlasten und wäre, wie Winter meint, „eine schöne Sache“.

Der TSV Pfuhl, dem die Kinder- und Jugendarbeit besonders am Herzen liegt, zeichnet in den Hauptversammlungen immer Jugendliche aus, die sich im Verein ehrenamtlich besonders eingesetzt haben. In diesem Jahr wurden Nina Hagmayer, Sophia Ihle, Zelina Krantz und Mathias Fischer geehrt.

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