Stadtentwicklung Gemeinschaftsgarten im Dichterviertel geplant

Ulm / Ulrike Schleicher 17.08.2017
Im Sanierungsgebiet Dichterviertel soll absehbar ein Quartiersgarten entstehen. Das Projekt wird gefördert und dient der Gemeinschaft und Integration.

Gurken, Tomaten, Zucchini und Kürbis, Möhren und bunte Blumen, die Nahrungsquelle für Hummeln und Bienen sind – so soll absehbar ein asphaltierter Parkplatz im Ulmer Dichterviertel hinter dem Bahnhof aussehen. Hinter der Metamorphose steckt ein Antrag der Sanierungstreuhand (SAN) ans Regierungspräsidium Tübingen, einen Quartiersgarten in dem seit 2011 ausgewiesenen Sanierungsgebiet zu fördern.

66.000 Euro Förderung

Der war im Mai gestellt worden. Neulich kam die Antwort: Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert das Projekt mit rund 66.000 Euro. Dirk Feil, Geschäftsführer der SAN, freut sich: „Jetzt können wir loslegen.“ Mit „wir“ meint Feil unter anderen Partner wie das Schubart-Gymnasium, die Spanische Vereinigung, das Behandlungszentrum für Folteropfer und die AG West.

„Sie beteiligen sich an der Umsetzung und Begleitung des künftigen Quartiergartens.“ Die Fläche – ein unbewirtschafteter Parkplatz – gehört zu den Glacis­anlagen entlang der B 10. In der direkten Nachbarschaft liegen die Blauringhalle und der ebenfalls zur Bundesfestung gehörende Böblinger Turm. „Den Parkplatz wird niemand vermissen“, sagt Feil. Allerdings bleibt er in seinen Grundzügen bestehen. Soll heißen: Wachsen und gedeihen werden Pflanzen und Gemüse nicht auf Beeten, sondern in Con­tainern, in großen Säcken und in Paletten. „Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, was die Pflanzkübel betrifft“, sagt Feil. Dazu werden ein Bauwagen als Gartenhaus und eine Biotoilette aufgestellt.

„Das Angebot richtet sich ausdrücklich an alle Bewohner, egal welchen Alters, welcher Schicht, welcher Nationalität.“ Jeder könne sein eigenes Beet anlegen und seine Fähigkeiten einbringen. Über das Gärtnern hinaus seien Feste geplant sowie Foodsharing: Das, was man an Essen nicht braucht, kann man anderen geben oder sich selbst etwas nehmen. Auch gemeinsames Kochen mit den selbstgezogenen Produkten sei denkbar, außerdem Bienenstöcke und vieles mehr.

Soziales Miteinander fördern

Ergänzt werde das Projekt durch den bestehenden Quartiers­treff, das Café Blau, wo man wetterunabhängig Veranstaltungen organisieren könne. Ein Ziel dieses Gartens ist natürlich, einen dicht bebauten Stadtteil grüner zu gestalten, sagt Feil. Das andere, wie bereits viele Beispiele in anderen Städten zeigen: Quartiersgärten fördern das soziale Miteinander.

„Menschen unterschiedlichster kultureller und sozialer Herkunft kommen miteinander in Kontakt.“ Er diene der Integration von Neuankömmlingen und der Inklusion von behinderten Menschen.

Begleitet werde das Projekt von einer pädagogischen Fachkraft – „am besten mit grünem Daumen“, sagt Feil. Sie soll das Konzept erstellen, Kontakt zu den Kooperationspartnern halten und vor allem Bewohner gewinnen, die gärtnern wollen. Ihre Stelle – auf Minijobbasis, das sind fünf Stunden pro Woche, würde unter anderem vom Zuschuss des Landes finanziert. „Nach den Sommerferien geht es los.“

Zunächst zeitlich auf vier Jahre begrenzt

Ablauf Nach den Sommerferien will Dirk Feil unter dem Dach der AG West und mit Hilfe eines Landschaftsgärtners Pläne schmieden. Wichtig ist etwa die Öffentlichkeitsarbeit. Das Projekt ist zunächst auf vier Jahre angelegt. Sollte es nicht angenommen werden, wird der Parkplatz im Zuge der Glacisgestaltung mit überplant.

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