Der Ulmer Gemeinderat wird heute nicht über die Resolution zum Konzert von Xavier Naidoo beraten und abstimmen. Offenbar konnten sich die Befürworter der Resolution nicht gegen Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) durchsetzen. Dieser solle erklärt haben, dass eine Resolution etwas bewirken müsse, davon sei in diesem Fall nicht auszugehen. Jedoch hat zu Beginn der Sitzung Stadtrat Martin Rivoir im Namen der drei Fraktionen Grüne, CDU und SPD, welche die Resolution beantragt hatten, eine Erklärung abgeben:

Verbot wäre kein Angriff auf die Meinungsfreiheit

Rivoir betont: „"Um es gleich vorweg klarzustellen: es geht im Falle des Auftritts von Xavier Naidoo nicht um einen Eingriff in die Freiheit der Kunst oder die Meinungsfreiheit. Diese werden durch unser Grundgesetz geschützt und werden nicht angetastet.“ Naidoo hätte sich in Videos, bei Auftritten, in seinen Songs und bei anderen Veranstaltungen immer wieder eindeutig und „unerträglich frauenfeindlich, rassistisch, antisemitisch, fremdenfeindlich und sexistisch“ geäußert.

Verschwörungstheoretiker als Sicherheitsrisiko

Einen Auftritt Naidoos, der in den vergangenen Wochen Schlagzeilen aufgrund seiner Äußerungen zur Corona-Pandemie machte, wollen die Gemeinderatsmitglieder offenbar nicht widerstandslos hinnehmen. So erklärte Rivoir weiter: „Noch vor wenigen Wochen behauptete der Herr, dass das Corona-Virus eine Verschwörung sei und die Regierung das Virus als tödliche Waffe nutze. Ein hoher Sicherheitsexperte hat kürzlich im „Tagesspiegel“ dazu geäußert, dass ein Risikofaktor bei den Protesten in der Coronakrise „prominente Zugpferde wie Xavier Naidoo“ seien. Mit ihrer Popularität würden sie die Verbreitung irrationaler Ansichten noch beschleunigen.“

Ulm als weltoffene und demokratische Stadt

Mit deutlichen Worten wendeten sich die Unterstützer der Resolution gegen einen Auftritt des Sängers „Deshalb und nur deshalb wenden wir uns gegen den Auftritt in Ulm. Wir machen mit dieser Erklärung unmissverständlich klar, dass die Ansichten des Herrn Naidoo mit dem Grundkonsens der internationalen Stadt Ulm nicht vereinbar sind. Herr Naidoo ist in unserer weltoffenen, demokratischen und solidarischen Stadt nicht erwünscht!"