Ulm Gemalte Reisen

„Die Ausstellung hätte meinen Vater gefreut“, sagt Fabian Rosenbusch. Ulrike Petry hat nicht nur den Nachlass aufgearbeitet, sondern die Ausstellung auch kuratiert.
„Die Ausstellung hätte meinen Vater gefreut“, sagt Fabian Rosenbusch. Ulrike Petry hat nicht nur den Nachlass aufgearbeitet, sondern die Ausstellung auch kuratiert. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / ULRIKE SCHLEICHER 08.09.2016
Eine Ausstellung zeigt Werke des Künstlerehepaars Lotte und Werner Rosenbusch –  Momentaufnahmen eines Lebens in Söflingen und überall.

 Manchmal lohnt es sich, Orte zu besuchen, die abseits vom großen Geschehen liegen. So ein Platz ist das Museum Klostermühle in Söflingen. Ohnehin. Und ab kommenden Sonntag noch mehr: Denn von da an ist die Ausstellung „Lotte und Werner Rosenbusch – Das Söflinger Künstlerehepaar“ eröffnet. Gezeigt werden Werke aus den Schaffensperioden der Malerin Lotte und ihres Mannes, dem Realschullehrer und Maler Werner Rosenbusch.

Beide waren, wie ihr Sohn Fabian erzählt, „geradezu kunstversessen“. Über nichts anderes als die Kunst sei im Hause gesprochen worden, erinnert sich der 54-Jährige, der für den Stuttgarter Landtag als Historiker arbeitet. Schon als Schüler habe sich der Vater zur Malerei hingezogen gefühlt, nach der Ausbildung zum Lehrer fügte er eine zweijährige Ausbildung an der Ulmer Schule für Kunst- und Kunstgewerbe hinzu. Alles, was Rosenbusch sah, brachte er zu Papier. Er hinterließ allein 18 000 Skizzen, des Weiteren Ölbilder und Aquarelle. Die Motive: Ulm, das Münster, Söflingen und Landschaften, die er sich erwandert hat. „Mein Vater ist Tausende von Kilometern gewandert“, sagt Fabian Rosenbusch. Etwa von Flensburg nach Genua, von Aachen nach Wien.

„Ein Teil der Skizzen, rund 12 000, hat mein Vater dem Ulmer Stadtarchiv vermacht. Um den Rest muss ich mich jetzt kümmern“, sagt Fabian Rosenbusch. Aber nicht allein. Geholfen hat ihm die vergangenen zwei Jahre Ulrike Petry, eine Studienkollegin, die für Stiftungen arbeitet, Nachlässe ordnet, archiviert und nun auch die Ausstellung  in Söflingen kuratiert hat.

Zu sehen sind nicht nur Radierungen, Feder- und Tuschezeichnungen, Ölbilder und Aquarelle des erst im Juli verstorbenen Rosenbusch, sondern auch die hintergründigen, detailfreudigen Bilder der Malerin Lotte. Die begeisterte Puppensammlerin und Restauratorin des Ulmer Dockenkastens, einer alten Puppenstube im Ulmer Museum, malt mit Augenzwinkern Stillleben und ist auch bei ihrer Landschafts- und Städte moderner als ihr Mann.

Zumindest in dieser Ausstellung. Ausflüge ins Surreale etwa habe sein Vater auch unternommen, sagt Fabian Rosenbusch. Und Ulrike Petry nennt den Namen des griechischen Malers Giorgio DeChirico. Seelenverwandtes Vorbild war ihm jedoch David Caspar Friedrich. Vielleicht weil Rosenbusch sich in Friedrichs bekanntestem Bild wiederfand: „Der Wanderer.“

Vernissage am Sonntag

Ausstellung Vernissage der Ausstellung „Lotte und Rosenbusch – Das Söflinger Künstlerpaar“ ist am Sonntag 11. September um 14 Uhr. (Finissage 30. Oktober). Geöffnet ist das Museum in der Klostermühle in Söflingen sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr. Wer mehr über das Ehepaar wissen will, kann den brandneuen Eintrag von Ulrike Petry bei Wikipedia nachlesen.

Vernissage am Sonntag

Ausstellung Vernissage der Ausstellung „Lotte und Rosenbusch – Das Söflinger Künstlerpaar“ ist am Sonntag 11. September um 14 Uhr. (Finissage 30. Oktober). Geöffnet ist das Museum in der Klostermühle in Söflingen sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr. Wer mehr über das Ehepaar wissen will, kann den brandneuen Eintrag von Ulrike Petry bei Wikipedia nachlesen.

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