Ulm Gelungener Auftakt der Sommerlichen Ulmer Musiktage

Ulm / VERENA WESTPHAL 06.07.2015
Gegründet wurden die Sommerlichen Ulmer Musiktage 1957. Gisela Czech-Whitson und Joseph Kelemen eröffneten jetzt die 33. Auflage des Festivals.

Kühl und dunkel war der Kirchenraum, die Musik ergreifend und ernsthaft, das Publikum beglückt und dankbar, für ein schönes Eröffnungskonzert der Sommerlichen Ulmer Musiktage in St. Peter&Paul in Holzheim.

Barock pur: Violinsonaten von Bach und Händel kamen zur Aufführung. Die Künstler, Gisela Czech-Whitson (Violine) und Joseph Kelemen (Orgel), sind in der Region sowohl als Interpreten als auch als Musikpädagogen für inzwischen zahlreiche Schüler bekannt.

Die Musik erklang von der Empore herab, sodass die Zuhörer das musikalische Erlebnis wie von oben, oder klerikal gesprochen, vom Himmel herab erleben konnten. Das wurde der Musik in gewisser Form gerecht, lebt sie doch von einer gewissen Strenge und formalen Klarheit.

In strahlendem D-Dur erklang die Sonate für Violine und Tasteninstrument von Georg Friedrich Händel, das Violinspiel war tonintensiv und dicht, das Zusammenspiel gestaltete sich ansprechend und lebendig.

Die drei darauf folgenden Violinsonaten von Johann Sebastian Bach sind wahre Perlen der Barockmusik und in ihrer Reinheit und kompositorischen Geschlossenheit ein Meisterwerk. Das Adagio der A-Dur Sonate (BWV 1015) eröffnete den bachschen Klangraum, die beiden Instrumente fanden zu einem guten, ausgeglichenen Spiel, etwas mehr Atem hätte man den langsamen Sätzen gewünscht, das Presto war freudig und im Tempo schön fließend, ein purer und perfekter Kanon.

Die Sonate in c-Moll (BWV 1017) eröffnet mit einer schmerzhaften Siciliano, innig und mit kunstvollen Verzierungen, das Adagio ist eine Oase der Reinheit und wirkt wie die Ruhe vor dem stürmischen 4. Satz, der in gutem Tempo erfasst wurde, und der den Musikern einiges an Geläufigkeit und rhythmischer Präzision abverlangte. Dann die wunderbare glanzvolle E-Dur Sonate (BWV 1016) mit dem fließenden 2. Satz, der voller Freude und Glück ein Thema von Schlichtheit und berührender Innigkeit vorstellt und mit Doppelgriffen und Arpeggien im virtuosen Allegro kontrastiert. Das "Abendlied" von Josef Gabriel Rheinbergers gab es als Zugabe: romantisch, verklärt.

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