Uni-Kanzler und Uni-Präsident fühlten sich am Mittwoch ein klein wenig an die eigene Studentenzeit erinnert: Dieter Kaufmann an das erste Semester 1977 in Tübingen, als die Studenten gegen die hochschulpolitischen Restriktionen der CDU-Landesregierung auf die Barrikaden gingen. Und Karl Joachim Ebeling an den Studienbeginn anno ’68 in Göttingen, als Eier auf Professoren in Talaren flogen.

Am Mittwoch flogen keine Eier, niemand ging auf die Barrikaden. Aber immerhin: Ebeling und Kaufmann, leger in T-Shirts mit Uni-Emblem gekleidet, gingen auf die Straße, um für mehr Geld für die Universitäten zu demonstrieren. Am Infostand in der Bahnhofstraße klärten sie Passanten über die herrschende Unterfinanzierung der baden-württembergischen Universitäten auf. „Wir bilden 50 Prozent mehr Studierende als noch 1998 aus, die Landesmittel sind kaum gestiegen“, klagt der Uni-Präsident. Was dagegen gestiegen ist, das sind die Energie- und Bewirtschaftungskosten, die Mittel dafür habe das Land aber nicht erhöht. Mit der Folge: „Die Unterfinanzierung geht zu Lasten von Lehre und Forschung“, sagt Ebeling, der Angebote wie den Botanischen Garten oder das Zentrum für allgemeine wissenschaftliche Weiterbildung auf den Prüfstand stellen will. Dass dies zu Lasten der Ulmer Bürger geht, ist ihm klar, „aber wir müssen eben auch unserem Kerngeschäft nachkommen“.

Kaufmann bezeichnete die Lage als schwierig. „Den Ankündigungen, die Universitäten finanziell besser zu stellen, müssen jetzt Taten folgen“, sagte der Kanzler in Richtung Landesregierung.