Sport Geht dem Orange Campus das Geld aus?

Großbauprojekt "Orange Campus".
Großbauprojekt "Orange Campus". © Foto: Volkmar Könneke
Ulm/Neu-Ulm / Hans-Uli Mayer 24.01.2018
Die Finanzierung des Orange Campus steht auf der Kippe. Die Sparkasse scheint kein Geld zu geben.

Lange herrschte Funkstille, jetzt scheint sich die Situation langsam zuzuspitzen: Nach Recherchen der SÜDWEST PRESSE wird die Sparkasse Ulm beim derzeitigen Stand der Dinge keinen Kredit für den Bau des Orange Campus der Ulmer Basketballer geben, eine andere Bank hat ihre mündliche Zusage daraufhin offenbar ebenfalls zurückgezogen und steigt aus dem Projekt aus.

Das Aus hätte auch schon in der Sitzung des zuständigen Ausschusses des Ulmer Gemeinderats am 26. September kommen können. Da lautete die Beschlussvorlage der Verwaltung, dem Projekt zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zuzustimmen und weder Zuschüsse noch Kredite zu gewähren. Doch bevor es zur Ablehnung kam, wurde der Tagesordnungspunkt auf Antrag der SPD vertagt.

Monatelang Funkstille

Seither ist nicht viel passiert. Zumindest hat der Kreditvergabeausschuss der Sparkasse, der nur drei Tage nach dem Gemeinderatsausschuss tagte, den erhofften Kredit bis heute nicht bewilligt und wird ihn nach Informationen der SÜDWEST PRESSE beim derzeitigen Stand der Dinge auch künftig nicht gewähren. Der Sprecher der Bank wollte dies mit Hinweis auf das Bankgeheimnis nicht kommentieren.

Der Verein BBU ’01 will aber keinesfalls klein beigeben, sondern gibt sich in Person von Geschäftsführer Andreas Oettel weiterhin optimistisch. „Das Projekt steht hervorragend da“, sagte Oettel am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz zu dem Charity Poker Turnier am kommenden Wochenende, mit dem der Verein Gelder zur Finanzierung von Orange Campus einnehmen will.

Kommentieren wollte er die verfahrene Situation aber nicht. „Ich kann nicht über laufende Finanzierungsgespräche reden“, sagte Oettel am Dienstagabend. Tatsächlich habe sich aus seiner Sicht seit September nichts geändert. Sie hätten Unterlagen eingereicht und seien auf jeden Wunsch eingegangen. Aber das Problem sei, dass die Banken einen Beschluss der Stadt wollen, und die Stadt erst eine Zusage der Banken. Oettel: „Wie sollen wir diesen Gordischen Knoten durchschlagen?“

Wie berichtet, hat der Stadtrat Neu-Ulm bislang seine Zustimmung für einen Zuschuss gegeben. Kreditzusagen hatte es bislang auch von der Sparkasse Neu-Ulm und den beiden Volksbanken in Ulm und in Neu-Ulm gegeben, von denen eine nach Informationen dieser Zeitung inzwischen aber auch wieder abgesprungen sein soll.

Die Sparkasse Ulm-Biberach war hingegen von Anfang an und bis zum Schluss skeptisch. In deren Kreditvergabeausschuss sitzt auch der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch. Der findet zwar das Projekt sympathisch, hat an der Finanzierung aber Zweifel und mit den handelnden Personen auf BBU-Seite inzwischen auch seine Probleme, wie er offen zugibt.

Dem Stadtoberhaupt ist das Projekt zu groß, es sieht aber nach wie vor Möglichkeiten, das Vorhaben in einer abgespeckten Version noch zu realisieren. Städtische Gelder könnte es für den reinen Sportbereich weiterhin geben, sagt Czisch.

Hochbesetztes Pokerturnier am Sonntag

Prominenz Der Ulmer Basketballverein BBU 01 veranstaltet am kommenden Sonntag, 28. Januar, ein großes Charity Poker Turnier mit zahlreichen Prominenten. In der Oldtimer-Fabrik dabei ist auch Berufsspieler George Danzer, der nach Infos der Veranstalter schon mehr als drei Millionen Euro Preisgelder eingespielt hat. „Poker ist richtiger Sport, für den viel trainiert werden muss und der nichts mit Glück zu tun hat, sondern mit Mathematik und Psychologie“, sagt Danzer, der am Sonntag gemeinsam mit Fußballprofi Sebastian Rode vom BVB, den Ulmer Basketballern Per Günther, Tim Ohlbrecht und Trainer Thorsten Leibenath, dem Poker-Experten Jan Heitmann, dem Magier Florian Zimmer, Motorradweltmeister Sandro Cortese und dem Fernseh-Kommentator Michael Körner spielt.

Teilnehmer Mehr als 100 Anmeldungen gibt es schon zum Preis von 99 Euro. Mitmachen kann jeder, selbst am Sonntag kann man sich vor Ort noch anmelden. Der Reinerlös kommt nach Abzug der Preisgelder dem Orange Campus zugute. Die Idee dazu hatte Stephan Kalhamer vom Deutschen Poker Sportbund, wie Andreas Oettel sagt. Gespielt wird im System „Texas Hold‘em No Limit“.