„Pegida gibt’s in dieser Stadt, stay united, macht sie platt!“ Das riefen die etwa 120 Teilnehmer einer Demonstration, die  am frühen Montagabend vom Bahnhof her durch die Fußgängerzone und die Altstadt zum Münsterplatz zogen.

Aufgerufen dazu hatte die linkspolitische Gruppe „Kollektiv 26“, um potentielle Pegida-Aufmärsche zu verhindern. Es gebe einen Ulmer Ableger der Bewegung, die sich gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ richtet, erklärte Jolene Mayer vom Kollektiv 26. Bislang gibt es nur eine Facebook-Seite von „Pegida Ulm/Alb-Donau“. Mayer weiter: „Wir wollten selber agieren, um zu zeigen, dass wir dieses Gedankengut nicht tolerieren.“

Der Zug durch die Stadt war friedlich, er wurde von einem Dutzend Polizisten begleitet. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie „Rassismus ist keine Meinung“ oder „No!Pegida“. Immer wieder riefen sie „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda!“ Bevor die Demonstranten losliefen, analysierte ein Redner die Motive der Pegida-Anhänger: Deren Problem seien wohl gar nicht die Ausländer, sondern eher, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben könnten.

Eine Passantin fand es „schön, dass so viele Junge mitmachen.“ Ein Jugendlicher wurde nachdenklich: „Eigentlich sollte ich da mitlaufen, weil ich Ausländer bin.“