Wider den Paragraphen-Dschungel wendet sich der Werner-Bonhoff-Preis für engagierte Unternehmer, der diesmal in der zwölften Auflage am 13. Juni in Berlin verliehen wird. Unter den vier Nominierten des mit 50 000 Euro dotierten Preises befindet sich auch Marcello Danieli von der Spedition Harder in Neu-Ulm. Danieli ist dringend auf der Suche nach Azubis für seine expandierende Firma, die auf Betriebsverlagerungen spezialisiert ist. Er hatte, wie berichtet, neuen Lehrlingen schon einen E-Scooter versprochen, nach der Flüchtlingswelle waren auch Migranten im Fokus. Danieli und andere regionale Unternehmen scheiterten aber an der aus ihrer Sicht zu restriktiven Genehmigungspraxis der Ausländerbehörde im Landratsamt Neu-Ulm. Er hatte sich darüber auch in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel beschwert: Das Landratsamt verhindere die Beschäftigung von Flüchtlingen, dies werde „zum Standortnachteil für eine ganze Region“. So heißt es seitens der Bonhoff-Stiftung, die Behörde habe Harder einen Flüchtling ohne Identitätsnachweis zwar drei Jahre lang als Hilfsarbeiter genehmigt, nicht jedoch als Lehrling. Die Spedition Harder erzielte zuletzt zehn Millionen Euro Rekord­umsatz, mit 85 Mitarbeitern.