Geruchloses Gift Shisha-Rauchen: Gefahr durch Kohlenmonoxid

Beim Shisha-Rauchen entsteht Kohlenmonoxid – und das ist sehr giftig.
Beim Shisha-Rauchen entsteht Kohlenmonoxid – und das ist sehr giftig. © Foto: Paul Zinken/dpa
Ulm/Neu-Ulm / Hans-Uli Mayer 06.11.2018
Beim Shisha-Rauchen entsteht giftiges Kohlenmonoxid. Das Ministerium hat deshalb strenge Vorgaben für Raucherbars erlassen.

In arabischen Ländern ist das Shisha-Rauchen Teil des täglichen Lebens. Traditionell wird die Wasserpfeife zu besonderen Anlässen gereicht, aber auch einfach in geselliger Runde geraucht. Seit Jahren hat sich dies auch hierzulande etabliert. Immer mehr Shisha-Bars und Verkaufsläden entstehen, die Geschäfte florieren. Jetzt schlägt das Wirtschaftsministerium Alarm und erlässt strenge Vorgaben.

Wie einer Pressemitteilung des CDU-geführten Ministeriums in Stuttgart zu entnehmen ist, soll es in jüngster Zeit zu vermehrten Vorfällen von Kohlenmonoxid-Vergiftungen in solchen Bars gekommen sein. Die kommunalen Ordnungsämter sind deshalb angewiesen, streng auf ausreichend dimensionierte Lüftungsanlagen zu achten.

Der bei der Stadt Ulm für das Gaststättenrecht zuständige Rainer Türke bestätigt die Verschärfung der Betriebsbestimmungen für Shisha-Bars und hat noch am gestrigen Tag alle in Ulm bekannten Betreiber solcher Raucherlokale angeschrieben, um auf die neue Richtlinie hinzuweisen.

Spezialkohle hochgiftig

Wie der Mitteilung des Ministeriums zu entnehmen ist, besteht die Gefahr beim Shisha-Rauchen zwar auch im Konsum von Tabak. Der neue Erlass zielt aber auf die Gefährlichkeit der Spezialkohle ab, die zum Rauchen der Wasserpfeifen verbrannt wird. Dabei würden hohe Konzentrationen von Kohlenmonoxid (CO) freigesetzt und eingeatmet.

In Lokalen, die über keine ausreichende Be- und Entlüftung verfügen, kann es so zu gefährlichen Situationen kommen, zumal das Gift weder gerochen noch geschmeckt werden könne. Zwar sind in Ulm noch keine Fälle von Vergiftungen bekannt geworden, von dem generellen Problem hat Türke aber auch schon gehört. „Uns ist definitiv nichts bekannt“, sagt Türke.

Problematisch sind Altfälle

Dennoch wird er in den kommenden Wochen gemeinsam mit der Ulmer Feuerwehr Kontrollen durchführen und die jeweiligen Räumlichkeiten begutachten. „Wir müssen jetzt erst einmal den aktuellen Stand ermitteln, bevor wir entscheiden, was wir machen können“, sagt Türke.

Das Problem dabei sind die Altfälle, ehemalige Gaststätten, die irgendwann von Betreibern umgewandelt wurden. Die vor wenigen Jahren genehmigte Shisha-Bar von Bestrim Berisha an der Frauenstraße hat nach Auskunft der Stadt eine ausreichende Anlage. So wie auch die Buddha-Lounge von Mustafa Karacizmeli nur ein paar Häuser weiter. Auch er hat nach eigener Auskunft eine gute Lüftungsanlage, fühlt sich also nicht betroffen. Außerdem betreibe er schon lange keine Shisha-Bar mehr, sondern eine Cocktail-Bar. „Damit habe ich schon vor fünf Jahren aufgehört, als das so ein Massending geworden ist. Zum Alkohol auch noch Shisha, das muss ich bei mir nicht haben.“

Auch Hani Abbas Mokahal von der Shisha-Bar Arabesk am Münsterplatz macht sich keine Sorgen. Seine Bar liegt im ersten Stock und er habe Luft von beiden Seiten. „Die Stadt hat vor zwei Jahren kontrolliert, bei mir herrscht immer sehr gute Luft.“

Gäbe es in Neu-Ulm auch eine Shisha-Bar, wären die baurechtlichen Erfordernisse im Übrigen ganz andere als in Ulm. Wie Thomas Nägele vom städtischen Ordnungsamt sagt, gibt es in Bayern keinen entsprechenden Erlass.

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Lage in Ulm und Neu-Ulm

Acht reine Shisha-Bars gibt es derzeit in Ulm. Ganz eindeutig ist die Abgrenzung aber zu Gaststätten nicht, in denen auch die Wasserpfeife gereicht wird. Eventuell können es nach Auskunft der Stadt auch 10 oder 12 sein. In der Stadt Neu-Ulm gibt es aktuell keine einzige Shisha-Raucherbar.

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