Verkehr Gefährlicher Schulweg durch Baustelle am Eselsberg in Ulm

Da kann man noch so oft drücken und noch so lange warten: Wenn die Ampel dauerhaft abgeschaltet ist, wird’s für Fußgänger einfach nicht Grün. 
Da kann man noch so oft drücken und noch so lange warten: Wenn die Ampel dauerhaft abgeschaltet ist, wird’s für Fußgänger einfach nicht Grün.  © Foto: Volkmar Könneke
Ulm/Eselsberg / Christoph Mayer 02.11.2018

Das stinkt Franziska und Theresa. Da sind sie schon so große Mädchen – und müssen doch wieder täglich von Mama oder Papa zur Schule gebracht beziehungsweise abgeholt werden. Zwar beläuft sich ihr Schulweg auf dem Eselsberg auf gerade mal 800 Meter. Aber er ist gefährlich. Findet jedenfalls Jörg Gebele, Vater der beiden Geschwister, die in die erste beziehungsweise vierte Klasse der Adalbert-Stifter-Schule am Ruländerweg gehen.

Stein des Anstoßes ist die  Dauerbaustelle der Fernwärme Ulm entlang des Weinbergweges, die für alle jungen Familien im Viertel ein Ärgernis darstelle, wie Gebele sagt. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die an und für sich notwendige Baumaßnahme stellt der Familienvater nicht in Frage. Wohl aber den mit der jüngsten Verlegung der Baustelle auf die andere Straßenseite einhergehenden Wegfall sicherer Fußgängerüberwege an Weinberg- und Stifterweg.

Knapp am Unfall vorbei

Zwei provisorische Ampelanlagen hatte die Stadt vor wenigen Wochen an zwei neuralgischen Punkten des Weinbergwegs aufstellen lassen, damit Passanten sicher über die Straße kommen. „Die Ampeln liefen etwa eine Woche, dann wurden sie wieder abgeschaltet. Dabei ist es bis heute geblieben“, wundert sich Gebele. Ein Glück, dass noch nichts passiert sei, denn: „Beinahe-Unfälle hat es schon gegeben.“  Wenn am kommenden Montag die Herbstferien beendet sind und die Schule wieder losgeht, befürchtet der Familienvater aber, dass sich die Situation zuspitzt. „Bald  ist es trotz Zeitumstellung morgens wieder dunkel, die Sichtverhältnisse sind hier ohnehin schon schlecht.“ Da helfe es auch nichts, dass auf der Straße entlang der Baustelle ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern gilt. „Die meisten halten sich eh nicht daran. Sogar Busfahrer sind immer wieder schneller unterwegs.“

Ebenso wie an der stillgelegten Ampel im Weinbergweg hat die Stadt auch am ums Eck liegenden Stifterweg zwischenzeitlich eine provisorische Mini-Verkehrsinsel anlegen lassen, um den Verkehrsfluss zu bremsen und Passanten eine Querungshilfe zu geben. Sie soll einen weggefallenen Zebrastreifen ersetzen – und offenbar auch die Ampeln überflüssig machen. Diese Maßnahmen seien zusammen mit dem Tempo-30-Gebot im Weinbergweg ausreichend, sagt ein Mitarbeiter der Abteilung Verkehrsplanung auf Anfrage der  SÜDWEST PRESSE.

Gebele ist da anderer Meinung. „Die Querungshilfen reichen nicht aus.“ Die Stilllegung der provisorischen Druckknopfampeln sei zudem ohne Ankündigung erfolgt, die Schüler einfach vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Das hat natürlich für Verunsicherung gesorgt.“ Auch der Polizeiposten Eselsberg fühle sich trotz räumlicher Nähe nicht zuständig. Man könne dort nicht den ganzen Tag über den Verkehr regeln, habe man ihm auf telefonische Nachfrage mitgeteilt, so Gebele. Und aus der Verkehrsplanung der Stadt habe es lapidar geheißen: „Kommen sie als Eltern ihrem Erziehungsauftrag nach und begleiten sie ihre Kinder.

Für Gebele ein schlechter Witz. „Die mangelhafte Absicherung der Baustelle wird also so gelöst, dass Familien ihre eigne Tagesplanung nach der Baustellenplanung der Stadt einrichten sollen. Das finde ich schlichtweg unverantwortlich.“ Offenkundig habe die Stadt kein ernsthaftes Interesse daran, die objektiv vorhandene Gefährdungssituation zu verbessern.

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