Der möglicherweise rassistisch motivierte Angriff mit einer Schusswaffe auf einen Afrikaner in der Schaffnerstraße Anfang August kommt jetzt vor Gericht. Wie ein Sprecher der in diesem Fall ermittelnden Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Stuttgart am Mittwoch mitteilte, hat die Behörde Anklage gegen einen 50-jährigen Ulmer erhoben. Der soll am 3. August in den Abendstunden vor dem Bürgerhaus Mitte mit einer so genannten Druckluftpistole auf einen 51-jährigen Afrikaner geschossen haben.

Gefährliche Körperverletzung mit Pistole in Ulm

Die Anklagepunkte lauten auf gefährliche Körperverletzung und unerlaubten Besitz von Munition, die zum Einzelrichter beim Amtsgericht angeklagt sind. Das Opfer hatte durch mindestens einen aus etwa 50 Zentimeter Entfernung abgegebenen Schuss eine Prellung und Abschürfungen am linken Schlüsselbein erlitten. Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung bei dem mit einer Rockerkutte bekleideten Tatverdächtigen wurde zudem Munition gefunden, für die er keine Erlaubnis hatte.

Ulmer Angeklagter offenbar fremdenfeindlich - weitere Vorfälle

Ein Vertreter der zentralen Bürgeragentur Zebra, die das Treffen afrikanischer Männer organisiert hatte, sprach von einer „offensichtlich fremdenfeindlichen“ Tat. Offenbar hatte es schon mehrfach in den Wochen zuvor Vorfälle gegen, bei denen der in der Nachbarschaft wohnende Mann Menschen mit türkischen, arabischen und afrikanischen Wurzeln bedroht hatte. In der Anklageschrift findet sich dazu aber nichts. Man wolle der Hauptverhandlung nicht vorgreifen, sagte der Staatsanwalt.