Widerstand Gedenken an mutige Schülergruppe der Weißen Rose

Ulm / Verena Schühly 05.03.2018
In Ulm gab es im Winter 1942/43 Schüler, die die Weiße Rose unterstützten. In der Martin-Luther-Kirche wurde an sie erinnert.

Die Weiße Rose wollte ein Zeichen setzen, ihre Mitglieder wollten die Wahrheit sagen – egal, was passiert. Es ging ihnen nicht ums Siegen.“ Eindrücklich beleuchtete Pfarrer Volker Bleil die Geschehnisse vor 75 Jahren am Samstag bei einer Führung in der Martin-Luther-Kirche. Sophie Scholl hatte Ende Januar 1943 rund 1800 Exemplare des fünften Flugblatts der Weißen Rose nach Ulm gebracht und an den Abiturienten Hans Hirzel übergeben. Der Sohn des damaligen Pfarrers der Luther-Kirche konnte Orgel spielen, hatte daher einen Schlüssel und kannte ein Versteck: die kleine Kammer in der Orgel. Dort beschrifteten Hirzel und sein Freund Franz Müller mit einer Schreibmaschine Briefumschläge und machten die Postsendungen versandfertig. Seine Schwester und Freundin Sophies, Suse Hirzel, verteilte die Flugblätter nachts in Stuttgart in öffentliche Briefkästen. Seit 2010 gibt es im Treppenhaus der Kirche eine Erinnerungsstätte an die mutige Ulmer Schülergruppe der Weißen Rose. Im Luftschutzkeller unter der Kirche und auf der Orgelempore versuchte Bleil mit den gut 50 Teilnehmern, der damaligen Atmosphäre nachzuspüren.

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