Todestag Gedenken an Geschwister Scholl

Ulm / ruk 15.02.2018
Die Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl jährt sich zum 75. Mal. Kirchen und Stadt erinnern am Todestag, 22. Februar, an die beiden Widerstandskämpfer.

Hans Scholl wurde 24 Jahre alt, seine Schwester Sophie 21 Jahre alt – die beiden wurden am 18. Februar 1943 verhaftet, weil sie Flugblätter gegen die NS-Diktatur in der Universität München ausgelegt und in den Lichthof geworfen hatten. Der Volksgerichtshof verurteilte die Geschwister gemeinsam mit Christoph Probst wegen Wehrkraftzersetzung, Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat am 22. Februar 1943 zum Tod. Sie wurden noch am selben Tag hingerichtet.

Aus Anlass des 75. Todestages der Geschwister Scholl erinnern die Kirchen und die Stadt am Donnerstag, 22. Februar, an den Widerstand der Weißen Rose gegen den Nationalsozialismus. Den Auftakt macht ein ökumenischer Gottesdienst (7.45 Uhr, Ulmer Münster), der gedacht ist für Schüler ab der fünften Klasse, „aber auch allen Interessierten offensteht“, wie Jugendpfarrerin Andrea Holm sagt. Der Gottesdienst kommt ohne „klassische Predigt“ aus; Schüler werden Fragen stellen, die Volker Bleil, Pfarrer der Martin-Luther-Gemeinde und ausgewiesener Kenner der Weißen Rose, beantwortet. Bleil bezeichnet sich selber als „Zeitzeuge der Zeitzeugen“, weil er die Ulmer Schüler, die die Weiße Rose beim Verschicken des fünften Flugblatts unterstützten, noch selber kannte. „Er brennt für die Sache, er erzählt das sehr authentisch“, sagt die Jugendpfarrerin über ihren Kollegen Bleil.

Die Stadt Ulm wird Hans und Sophie Scholl an der Weiße-Rose-Stele auf dem Münsterplatz ehren. Um 17 Uhr – dem Todeszeitpunkt im Stadelheimer Gefängnis – legt Bürgermeisterin Iris Mann dort einen Kranz nieder. anschließend spricht sie im Stadthaus. Die Abendveranstaltung bestreitet die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano mit ihrer Band Microphone Mafia. Beginn des Konzerts im Stadthaus ist um 19 Uhr.

Sopie Scholl ­-Film läuft im Mephisto

Kino Im Rahmen der Filmreihe „Widerstand im Nationalsozialismus“ zeigt das Mephisto in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg und der vh Ulm am Mittwoch, 21. Februar, den Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“. Der Film wurde auf der Berlinale 2005 mit dem Silbernen Bären für die beste Regie (Marc Rothemund) und für die beste Hauptdarstellerin (Julia Jentsch) ausgezeichnet. In der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ war er für einen Oscar nominiert, ging aber leer aus.

Themen in diesem Artikel