Dafür ist ein Nebenraum bereits gut mit Kleidungsstücken gefüllt. „Hier muss sich noch einiges tun“, sagt Regina Hagmann-Kuttruf. Die Bereichsleiterin der Aktion Hoffnung koordiniert den Aufbau des Geschäfts „Secontique“, das die Hilfsorganisation der katholischen Kirche in der Innenstadt eröffnet. „Bei uns ist alles secondhand. Selbst die Kleiderbügel sind von unseren Vormietern.“ In den Räumen werden ab 26. Juni gespendete gebrauchte Kleidung, Schuhe und Accessoires angeboten. „Wir haben schon einiges. Anbieten wollen wir Mode für Damen, Herren und Jugendliche“, erklärt Hagmann-Kuttruf. Auf Kindermode wolle das Team verzichten. „Dafür gibt es schon einen großen Markt, das müssen wir nicht auch noch machen.“ Gerade aber die Jugendlichen seien eine wichtige Zielgruppe. „Wir wollen den Greta-Hype nutzen und die Jugendlichen sensibilisieren“, sagt Hagmann-Kuttruf. „Sie müssen etwa lernen, wo Baumwolle herkommt und dass ein T-Shirt für drei Euro daher einfach nicht sein kann.“

Gesprächsrunden geplant

Um diesem Bildungsauftrag nachzukommen, sollen in dem Ladengeschäft neben der Kleiderannahme und dem Verkauf auch Gesprächsrunden stattfinden, zu Themen wie „slow und fast fashion“ oder der Wasserverschwendung bei der Gewinnung von Baumwolle. Die Bereichsleiterin kann sich auch vorstellen, Schulklassen in den Laden einzuladen. „Es ist schön, dass wir hier für solche Projekte genügend Platz haben.“ Neben dem Verkaufsraum gehört zu dem Ladengeschäft auch ein Büro, das künftig wohl auch als Zwischenlager dienen soll, sowie eine Werkstatt. „Hier werden die gespendeten Kleider sortiert und aufgebügelt“, erklärt Hagmann-Kuttruf. „Wir wollen die Ware wertig präsentieren.“ Wichtig sei es, dass sich derjenige „mit schmalem Geldbeutel genauso wohl fühlt wie die Kundin, die bewusst einkaufen möchte“. Zudem hofft sie auf einen regen Warenaustausch.  „Secondhand-Ware sollte eigentlich nach drei bis vier Wochen wieder verkauft sein.“ Stücke, die keinen Abnehmer finden, kämen allerdings nicht in die Mülltonne, sondern werden in der Sortierstelle in Laupheim sortiert und an Hilfprojekte abgegeben.

Die Idee für das Geschäft in der Ulmer Innenstadt hatte zunächst die Caritas. „Die Kollegen meinten, wir sollten uns das doch mal überlegen, nachdem wir im November einen Laden in Albstadt eröffnet haben“, berichtet Hagmann-Kuttruf. Über den Ulmer City-Manager Henning Krone sei dann der Kontakt zu den Inhaberinnen des Ladengschäfts in der Dreiköniggasse zustande gekommen. „Dann ging alles schnell.“ Eine der Vermieterinnen habe selbst bereits ehrenamtlich bei der Kleidersortierstelle der Organisation in Laupheim mitgeholfen und sei von der Idee angetan gewesen. „Anfang April war das erste Gespräch mit Herrn Krone und kurz nach Ostern haben wir bereits den Mietvertrag unterschrieben.“ Dass mit Oxfam in der Pfauengasse ein weiterer Secondhand-Laden gerade einmal gut 150 Meter entfernt ist, stört Hagmann-Kuttruf nicht. „Ich denke, das wird eine befruchtende Konkurrenz.“ Künftig arbeiten zwei Mitarbeiter hauptamtlich im Geschäft. „Wir müssen normale Öffnungszeiten anbieten, um interessant zu sein.“ Das heißt, geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags bis 15 Uhr. Zudem sei immer auch die Hilfe von Ehrenamtlichen notwendig. „Wir freuen uns über jeden, der Lust hat mitzuarbeiten.“

Zwei bis drei Stücke zum Verkauf geeignet

Denn neben dem Verkauf müsse die abgegebene Kleidung geprüft, sortiert und aufgebügelt werden. „In einem Kleidersack sind meistens zwei bis drei Teile für den Verkauf geeignet.“ In persönlich abgegebenen Spenden sei dafür meistens mehr dabei. Langfristig sollen die Regale und Kleiderständer aus solchen direkten Spenden bestückt werden. „Frei nach dem Motto ,Bringen, gucken, Neues finden’.“ Der Erlös komme Projekten der Verbundpartner zugute.

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Wer steht hinter der Organisation


Grundidee Die Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart ist eine Hilfsorganisation der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Entwicklungshilfe- und Bildungsprojekte der katholischen Mitgliedsverbände und Partner weltweit unterstützt. Die Finanzierung läuft über die gesammelte Kleidung, die dann nach Kriterien des Verbands Fair-Wertung vermarktet wird.