Ulm / Frank König In Ulm hat die Außenbewirtung von Vapiano und Hans im Glück für Diskussion gesorgt. Wie ist der aktuelle Stand?

Stadt Ulm lehnt Außenbewirtschaftung von Vapiano ab

Im Zuge des Wandels in Ulm vom Handel zur System- und Eventgastronomie entstehen zunehmend Konflikte: mit Anwohnern oder stadtbildgestalterischen Anforderungen, nun auch im Falle Vapiano. Das Kölner Unternehmen baut das frühere Modehaus Honer zu einem italienischen Restaurant um und plant in diesem Kontext eine große Außenbewirtschaftung auf dem südlichen Münsterplatz. Dort sollen anscheinend so viele Tische und Stühle stehen, dass das Rathaus die Außenbewirtschaftung im ersten Durchgang aus Gründen des Stadtbilds abgelehnt hat. Das sagte Rainer Türke von den Bürgerdiensten infolge eines gerade geführten, klärenden Gesprächs mit Vapiano.

Vapiano wollte in Ulm mehr als 100 Plätze im Freien

Ursprünglich waren demnach „deutlich über“ 100 Plätze an der Südseite des Münsters geplant. Die Stadt wolle den Außenbereich auf keinen Fall auf der nicht gepflasterten Fläche im Zentrum des südlichen Münsterplatzes haben. Es gebe eine klare Aussage, dass diese Fläche der Bevölkerung zur Verfügung stehen soll.

Die Mischung macht den Sommer in der Stadt. Neben Gastroflächen muss es auch noch Platz ohne Konsumzwang geben. Lokal- und Regionalchef Matthias Stelzer zur Außengastronomie in Ulm.

Stattdessen soll Vapiano nun eine Fläche für die Außenbewirtschaftung angeboten werden, die etwas weiter östlich zum Delphin-Brunnen und der Kapelle hin liegt. Türke geht davon aus, dass dazu in den nächsten 10 bis 14 Tagen Einvernehmen erzielt wird. Bei den Bürgerdiensten ist noch kein Eröffnungstermin für das neue Restaurant bekannt, zumal bisher keine Konzession beantragt wurde. Dies dauere normalerweise zwei bis drei Wochen – je nachdem, wie erfahren der Franchisenehmer in gastronomischen Fragen ist.

Vapiano im Zeitplan - Eröffnung im Juni möglich

Seitens Vapiano bestätigte am Freitag der Verantwortliche für die Immobilien, Werner Engels, man habe einen „starken regionalen Franchise-Partner“ für Ulm gefunden. Zum Eröffnungstermin äußerte sich Engels in einem Statement noch vorsichtig. Die Arbeiten am Innenausbau machten gute Fortschritte. Man sei daher zuversichtlich, das Restaurant in der Neuen Mitte „zur Terrassensaison eröffnen zu können“. Dabei könnte es auf einen Termin Anfang Juni zulaufen. Engels geht auf das Thema Außenbewirtschaftung nicht näher ein. Vapiano werde entsprechende Details zur Eröffnung kommunizieren.

Paukenschlag in der Ulmer Gastro-Szene: Der Kölner Großgastronom „Vapiano“ hat angekündigt, die Filiale in Ulm bereits in wenigen Wochen zu eröffnen.

Im Umfeld hatte sich auch schon die Boutique Ruza Baumgärtner darüber beschwert, dass der Portalkran für den langwierigen Honer-Umbau zu lange vor ihrem Konflikt mit Asteht. Der Investor, ein mittelständischer Unternehmer aus dem Alb-Donau-Kreis, begründete dies mit Unwägbarkeiten im Bauverlauf. Er hat das Gebäude mit dem Architekturbüro Braunger Wörtz umgebaut und voll vermietet.

Auch Hans im Glück hatte Konflikte mit Anwohnern

Konflikte mit der neuen Systemgastronomie waren zuletzt auch am nördliche Münsterplatz zutage getreten, wo Anwohner gegen das Burger-Restaurant „Hans im Glück“ in der früheren Buchhandlung Herwig geklagt hatten. Dort mussten die Abluftsysteme nachgebessert werden. Die Stadt Ulm erteilte schließlich die Baugenehmigung.

Kein rustikaler Zaun um Außenbewirtung von Hans im Glück

Mit der Außenbewirtschaftung an der Münsterbauhütte ist die Stadt dort schon weiter als bei Vapiano, berichtete Türke. Dabei seien in dem sensiblen Umfeld auch Feuerwehr und Ulm-Messe wegen des Wochenmarkts einbezogen. Einen rustikalen Zaun um die Außengastronomie, wie ihn auch Anwohner befürchtet hatten, werde es nicht geben.

Das könnte dich auch interessieren:

Ihr wollt mal veganes Essen ausprobieren? Immer mehr Restaurants in Ulm und Neu-Ulm bieten rein pflanzliche Gerichte an.

Wie wäre es mit einem leckeren Kaffee bei Sonnenschein? Wir haben den Überblick, welche Cafés es in Ulm und Neu-Ulm gibt.

Daten und Fakten

Filialen Das börsennotierte Unternehmen Vapiano (Köln) verfügt über 231 Restaurants in 33 Ländern. Davon liegen 81 in Deutschland. Nach dem schwierigen Geschäftsjahr 2018 will man die Standorte „zukünftig noch stärker nach Rentabilitätskriterien beurteilen“ und dazu das passende Geschäftsmodell wählen: Eigenbetrieb oder Franchise-Filiale. Dies teilte Immobilienchef Werner Engels mit. Für Ulm wurde demnach ein erfahrener Franchisenehmer ausgewählt.