Ulm / Frank König Rathaus erteilt Baufreigabe für Burgergrill „Hans im Glück“ am nördlichen Münsterplatz. Schon vorher eröffnet Vapiano.

In der City schreitet der Wandel von Ladengeschäften zur System- und Eventgastronomie voran – vor allem mit den geplanten Neueröffnungen von „Hans im Glück“ und „Vapiano“. Insbesondere der Burgergrill „Hans im Glück“ am nördlichen Münsterplatz war umstritten. Die Anwohner im Umfeld befüchten Lärm und fettige Abluft. Die Stadt hat das Vorhaben aber genehmigt, nachdem „Hans im Glück“ bei den Lüftungsanlagen nachgebessert hat.

Das Unternehmen Hans im Glück Franchise plant die Eröffnung Mitte 2019, wie die Münchner Firma nun auf Anfrage mitteilte. Die Dimension des Restaurants in der früheren Buchhandlung Herwig war anfangs unklar. Es geht aber um eine Gastronomiefläche im Erdgeschoss mit etwa 200 Quadratmetern. Dazu kommen Nebenräume im Untergeschoss, erläuterte Vermieter Peter Werdich. Er verdeutlichte nochmal, dass die Abluftkamine zwei Meter über die Firsthöhe des Gebäudes hinausreichen.

Das Rathaus hatte anscheinend vermeiden wollen, dass auf diese Weise ein städtebaulicher Konflikt zum Münster entsteht. Nachdem die Nachbarn jedoch einen Fachanwalt eingeschaltet hatten, musste alles exakt nach Vorschrift laufen. Ungeachtet dessen hat der Anwalt der Anwohner nochmal Einspruch gegen dem Umbau erhoben. Er hat allerdings keine aufschiebende Wirkung.

Bei „Hans im Glück“ legt man in der Mitteilung wert darauf, „ein gutes Verhältnis zu den Anwohnern zu haben“. Es hätten sich „weitere Auflagen zum Lüftungssystem“ ergeben, „welchen wir selbstverständlich nachkommen“.

Wie der zukünftige Vermieter Peter Werdich bestätigt hat, kommt Hans im Glück definitiv nach Ulm in die Räume hinters Ulmer Münster. Baustart ist der 1. März 2019 - die Eröffnung im Sommer.

Außenbewirtschaftung unklar

Die Stadt hat Ende Februar die Baufreigabe in Form des roten Punkts erteilt. Werdich wird den Shop mit Accessoires, den er seit Herbst 2017 übergangsweise in den Räumen der Buchhandlung betreibt, daher Ende dieser Woche schließen. Derzeit läuft noch ein Räumungsverkauf.

Was offen bleibt, ist die Außenbewirtschaftung für „Hans im Glück“ am nördlichen Münsterplatz. Dafür gibt es noch keine Genehmigung. Die Anwohner hatten berichtet, es gebe Pläne für eine massive Bestuhlung im Umfeld der Münsterbauhütte. Dort hat auch Starbucks bestuhlt.

Die Anwohner, die teilweise mit hohem finanziellen Aufwand denkmalgeschützte mittelalterliche Häuser renoviert haben, fühlen sich in der Sache weiter ungerecht behandelt: „Die Stadt hat uns im Regen stehen lassen“, sagte eine Anwohnerin. Auch das Thema Außengastronomie werde „einfach weggedrückt“. Eine der Familien hat zur Kohlgasse hin eines der ältesten Häuser Ulms aus dem Jahr 1419 mit hohem Einsatz saniert und umfangreiche Auflagen zum Denkmalschutz erfüllt. Hier ist nun Gastronomie als störendes Gewerbe ausgeschlossen, wohingegen das Burgergrill-Restaurant im Nachbargebäude genehmigt werde.

Die Restaurankette Vapiano ist in der Krise – und schließt auch Standortschließungen nicht aus. Womöglich wird das in Ulm geplante Restaurant im Franchise geführt.

Vapiano eröffnet Anfang Mai

In der Systemgastronomie geht in Ulm außerdem in Kürze „Vapiano“ an den Start. Der umfangreiche Umbau des früheren Modehauses Honer durch einen mittelständischen Investor ist dazu fast abgeschlossen. Inzwischen führt bereits „Vapiano“ beim Innenausbau die Regie. Die Eröffnung ist Anfang Mai geplant. Die Außenbewirtschaftung geht hier auf den südlichen Münsterplatz.

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66 Restaurants

Firma Das Unternehmen Hans im Glück wurde 2010 gegründet. Blickfang in den zwischenzeitlich 66 Restaurants sind die Birkenstämme im Internieur. Man fühle sich „wie in einem natürlichen Wald“ heißt es in einer Info. Der Umsatz liegt bei 120 Millionen Euro. Hans im Glück hat nach eigenen Angaben derzeit keinen weiteren Standort im Raum Ulm/Neu-Ulm geplant. Der nächste ist in Augsburg.