Die baden-württembergische Landesregierung plant, den Kommunen die Regie über die Sperrzeiten zu überlassen. Der Ulmer Gemeinderat könnte dann frei festlegen, wann die Gastro-Betriebe in der Donaustadt schließen. Derzeit beginnt die Sperrstunde für Schank- und Speisewirtschaften sowie für öffentliche Vergnügungsstätten um 3 Uhr. In der Nacht zum Samstag und zum Sonntag müssen Kneipen und Bars um 5 Uhr dicht machen.

Wir haben Mitglieder des lokalen Parlaments gefragt, ob sie sich für eine Neuregelung der Sperrzeiten einsetzen würden.

Michael Joukov, die Grünen:

Grünen-Stadtrat Michael Joukov hat potenzielle Änderungen der Sperrzeiten bereits mit seinen Fraktionskollegen diskutiert.
© Foto: Grüne Ulm

„Wir haben diesen Fall in der Fraktion bereits diskutiert. Wenn wir den Spielraum bekommen sollten, werden wir ihn nutzen. Dann müssen wir uns fragen, wo sich Änderungen lohnen. In Partyzonen in der Innenstadt wäre eine spätere Sperrstunde durchaus sinnvoll. In ruhigeren Bereichen müssen wir hingegen abwägen, ob die Lokale früher schließen sollten.“

Thomas Kienle, CDU:

CDU-Stadtrat Thomas Kienle plädiert dafür, dass die Sperrzeiten einer Lokalität von dessem Umfeld abhängen sollen.
© Foto: CDU Ulm

„Eine Änderung der Sperrzeiten ist durchaus sinnvoll. Dabei muss situativ entscheiden werden, inwiefern der Gastronomie-Betrieb und sein Umfeld harmonieren. Im Gleis 44, das in der Nähe des Bahnhofs liegt, könnte ich mir beispielsweise längere Öffnungszeiten vorstellen als in Lokalitäten, die umringt sind von Wohnhäusern.“

Martin Ansbacher, SPD

Martin Ansbacher von der SPD hat gegen die aktuelle Sperrzeiten-Regelung nichts einzuwenden.
© Foto: SPD Ulm

„Ich finde die bisherige Regelung der Sperrzeiten gut und sehe daher keinen Änderungsbedarf. Wichtig ist, dass ein Gleichgewicht zwischen Vergnügungs- und Ruhebedürfnis herrscht. Das sehe ich aktuell gegeben.“

Ralf Milde, FDP:

Ralf Milde von der FDP freut sich darüber, dass der Landtag die kommunale Entscheidungskraft stärken möchte.
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„Ich finde es immer gut, wenn die Entscheidungskraft der Kommune gestärkt wird, gerade in alltagsrelevanten Angelegenheiten. Wir haben in der Ulmer Innenstadt eine massive Zunahme an gastronomischen Betrieben. Daher würde ich eher zu späteren Sperrzeiten tendieren. Allerdings wäre es auch eine gute Option, die Einzelfälle abzuwägen.“