Um von einer Stelle zur anderen zu kommen, nimmt der 46-jährige Lino Reccia Stege, die über den aufgerissenen Boden führen. Der Boden gibt Schutt, Staub und Wasserrohre frei. Neue Rohre. Lino Reccia: „Das war hier eine Herz- und Lungentransplantation.“

Wasserrohrbruch verzögert Renovierung

So einen Satz sagt er mittlerweile mit Humor. Doch es war ein ganz schöner Schock, als es während der Renovierungsarbeiten plötzlich einen Wasserschaden gab. „Am 25. Februar.“ Das Datum vergisst er nicht mehr. „Das Wasser ist abgelaufen, aber wir wussten nicht wohin.“ Also alles nochmal aufreißen. Im April wollte er ursprünglich eröffnen.

Er sieht es heute positiv. „Wie schlimm wäre das erst gewesen, wenn das während des schon laufenden Betriebs passiert wäre. So wissen wir jetzt wenigstens, dass erstmal von jetzt an alles in Ordnung ist.“ Sämtliche Wasserrohre wurden neu verlegt. Doch der geplante Termin für die Eröffnung konnte natürlich nicht eingehalten werden. „Mein Traum ist es, spätestens zum Schwör-Wochenende zu eröffnen. Aber ich bin vorsichtig geworden, man weiß nie, was so ein altes Gebäude noch für Überraschungen bereit hält.“

Lino Reccia verbringt seit einem knappen halben Jahr jeden Tag viele Stunden auf der Baustelle. Auch seine Frau Anke und seine drei Kinder sind immer wieder da.

So wird das Enchilada aussehen

Schon jetzt ist das alte Besitos kaum mehr zu erkennen. Die rot angemalte Säule im Gastraum zum Münsterplatz hin ist noch da und beißt sich mit den bereits stylischen Vorboten des neuen Enchilada. Das neue Farbkonzept: Warm ausgeleuchtete Dunkelheit soll edle aber wohlige Atmosphäre transportieren. Die Wände sind Blau-Grau gestrichen. Darüber reihen sich alte, gelblich-getünchte Fensterläden aneinander, die alle einen eigenen kleinen Licht-Spot bekommen haben.

Die altmodischen Terracottafließen werden bald zugedeckt von einer hellgrauen, betonartigen Fläche. Auf der werden dann bunte Stühle stehen und genauso unterschiedliche Kissen auf den Bänken an der Wand. Entlang der etwa zehn Meter langen Bar aus Holz, erhält das Enchilada einen schwarz-weißen Fließen-Boden, so hat es sich der Innenarchitekt ausgedacht.

Bar ist Herzstück des Restaurants

Die Bar ist so optimiert, dass die drei Barkeeper, die zusammen dahinter stehen, praktische Arbeitsabläufe haben. Sie erstreckt sich über zwei Gewölbe und hat glänzende, gelbe „Metro“-Fließen an der Rückwand. Unter anderem im Kontrast zu diesen Fließen, zu den dunklen Wänden und zu den noch in Folie gepackten Kronleuchtern mit ganz viel Glas, die bereits von der Decke hängen, sind es genau diese Gewölbe, die sich für das Enchilada als unheimlicher Schatz entpuppen. Lino Reccia: „Wir haben sie alle frei gelegt, den kompletten Putz weggehauen.“

In einem Zwischengewölben – zwischen dem vorderen und hinteren Teil des Restaurants – hat ein Schreiner Sitztreppen aus Holz gebaut. Lino Reccia stellt sich das so vor, dass hier Gäste sitzen, sich unterhalten und Cocktails trinken. An die Wand hat er ein Bild malen lassen.

Altes Enchilada bleibt bestehen

Doch natürlich soll es auch – wie bisher – mexikanisches Essen geben, unter anderem ein paar neue Gerichte. Das alte Enchilada in der Schelergasse bleibt erstmal bestehen, allerdings mit Fokus auf Cocktails und kleinere Gerichten. Voraussichtlich wird es hauptsächlich freitags und samstags geöffnet sein.

Nun hofft Reccia, dass er bald die Genehmigungen von der Stadt bekommt für die Außenbestuhlung. Schließlich will er ja im Sommer eröffnen und dann wäre es schon schön, wenn die Gäste auf der Seite zur Neuen Mitte hin sitzen könnten und auf der anderen Seite des Restaurants, direkt am Fuße des Münsters.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden..

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