Bei Gardena setzt der neue Husqvarna-Spartenchef Pär Aström auf eine neue Firmenkultur. Um die auch international starke Marke weiter auszubauen, sollen neue Geschäftsfelder schneller entwickelt und im Bedarfsfall später verbessert werden. Sein Motto: „Testen, Lernen, Modifizieren.“ Die ersten Projekte laufen schon und gehen über die regulären Gartenwerkzeuge hinaus.

Gardena erweitert Produktpalette

So verkauft Gardena in Kooperation mit Saatguthersteller Syngenta Blumen bei Obi. Darüber hinaus sollen digitale Gartenpläne als Online-Seminare angeboten werden. Außerdem gibt es neuerdings ähnlich wie in der Autoindustrie Konzeptstudien: für ein zylindrisches Gewächshaus zur Eigenversorgung mit Lebensmitteln. Ein weiteres Expansionsfeld: Lizenzen. So hat Gardena dem Spielwarenhersteller Happy People eine Lizenz für ein Kindersortiment erteilt.

 Zudem soll ein Gardena-Award die Marke beflügeln. Dieser Preis für digitale Gartensteuerung wird erstmals Anfang September auf der Kölner Gartenmesse Gafa verliehen. Es gibt drei Finalisten, eine Jury entscheidet.

Gartenpassion im Fokus

Aströms Überlegungen hinter der Diversifizierung: Passionierte Gartenbesitzer träumen nachts nicht von einem Gardena-Spaten, sondern von ihrem Gartenprojekt, für das sie das Werkzeug eben brauchen. Das Unternehmen müsse daher stärker diese Leidenschaft und damit den Garten selbst in den Mittelpunkt stellen, nicht so sehr die Gartenprodukte. Sie behalten gleichwohl auch angesichts der zunehmend heißen Sommer ihre Bedeutung: mit Kleincomputern für eine sparsame Bewässerung. Dabei kooperiert Gardena in einem Forschungsprojekt mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Auch in die nächste Gartensaison startet Gardena mit rund 50 Neuheiten: darunter ein Akku-Handmäher, der sich so leicht wie ein Staubsauger bedienen lasse, und das neue System Aqua-Bloom für die Bewässerung speziell von Balkongärten – ohne Strom- und Wasseranschluss.

Gardena verzeichnet Wachstum um 61 Prozent seit 2015

Die Investitionen in neue Produkte, aber auch die Erweiterung der Logistik und Produktion fallen Gardena nach einem Wachstum um 61 Prozent seit der Verselbstständigung 2015 leicht. Der Umsatz 2018 lag bei 663 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr hat Gardena ein Umsatzwachstum von nur drei Prozent auf 569 Millionen Euro erzielt. Allerdings hat Husqvarna Anfang 2019 die Marken Flymo und McCulloch bei Gardena untergebracht und bereinigt. Weil nach Aströms Worten unrentable Produkte – wie auch Rasenmäher bei McCulloch – eingestellt wurden, beträgt das Wachstum auf vergleichbarer Basis immerhin sechs Prozent.

Für die Belegschaft wurden angesichts der Expansion 1500 Quadratmeter Lager am Stammsitz in moderne Büros umgewandelt (wir berichteten). Gardena beschäftigt in Ulm, Laichingen, Niederstotzingen und Heuchlingen 1860 Mitarbeiter.

Das könnte dich auch interessieren: