Baustelle FUG-Baustelle am Blautalcenter blockiert Radfahrer

Laut FUG-Vertriebsleiter Karl Zepf soll in der Unterführung derzeit gearbeitet werden, um die Leitungen zu verlegen. Gestern war allerdings niemand dort.
Laut FUG-Vertriebsleiter Karl Zepf soll in der Unterführung derzeit gearbeitet werden, um die Leitungen zu verlegen. Gestern war allerdings niemand dort. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Ulrike Schleicher 17.10.2018
Ein Ärgernis für viele ist die Sperrung der Unterführung hinter dem Blautalcenter. Vermutlich wird das noch bis ins Frühjahr so sein.

Es ärgert ihn und andere jeden Tag. Wenn Timo Catalano vom Eselsberg zur Arbeit in die Innenstadt fährt und wieder zurück, muss er umständliche Wege in Kauf nehmen. „Die gesamte Kreuzung Blaubeurer Straße/Jägerstraße muss ich umfahren und dann an vielen roten Ampeln warten“, beschreibt er es. Der Grund ist die Sperrung einer Unterführung, die auf dem viel frequentierten Radweg hinter dem Blautalcenter an der Blau liegt. Sie hilft Radfahrern, ohne viel Umstände weiter nach Blaustein und hoch an den Eselsberg zu gelangen. „Doch seit einem Jahr schon geht das nicht mehr“, empört sich der 41-Jährige, der findet, dass wegen der zahlreichen Baustellen in Ulm die Beeinträchtigungen für Radfahrer und Fußgänger groß sind, aber „leider viel weniger Beachtung finden“.

Engere Fahrbahn

Da Catalano weiß, dass die Fernwärme Ulm (FUG) für die Baustelle verantwortlich ist, hat er sich an das Unternehmen gewandt, um zu erfahren, warum sich so lange nichts tut. Sein Verdacht: „Wurde die Unterführung etwa seit 2017 gesperrt, ohne dass in dieser Zeit bauliche Maßnahmen durchgeführt wurden?“ Außerdem: So weit er wisse, würden die Leitungen an der Tunnelwand verlegt. „Künftig ist noch weniger Platz für Radfahrer und Fußgänger. Geht das nicht anders?“

Eine Antwort erhielt der Beamte von der FUG nicht. Freilich jedoch weiß Vertriebsleiter Karl Zepf die Gründe. „Wir sind im Verzug“, räumt er ein. Die Bauabschnitte eins und zwei der neuen Fernwärmeleitung zur Universität hoch hätten jetzt im November fertig gestellt sein sollen. „Es wird aber wahrscheinlich Frühjahr werden.“ Seine Erklärung ist einfach: Es fehlten Bauarbeiter, überall sei der Bedarf hoch. Betroffen sei auch die Unterführung gewesen. Dort sei man aber jetzt dran. Wie lange noch, könne er nicht sagen. Ein, zwei Monate oder mehr.

Zum Verlauf der Leitungen sagt Zepf, man habe zunächst daran gedacht, sie unter der Blaubeurer Straße zu verlegen. „Aber dann behindern wir den Verkehr enorm.“ Auch die Stadt habe diese Variante abgelehnt. Eine andere Trasse über die Einsteinstraße sei um einiges länger und viel teurer und sei daher auch nicht infrage gekommen.

Die Unterführung werde durch die Leitungen etwa um 70 Zentimeter enger. Das sei akzeptabel. Wie auch der Umweg auf die andere Seite, findet Zepf, der mit seinem Dienstrad selbst dort fährt. „Über die Ampeln braucht man vielleicht drei Minuten länger.“

Inzwischen hat sich die SPD-Fraktion im Gemeinderat dem Thema angenommen und bei der Verwaltung nachgefragt. „Man ist nicht glücklich darüber“, teilt Fraktions-Geschäftsführer Holger Oellermann mit. Stimmt. Wie Michael Jung, der Hauptabteilungsleiter für Verkehr, auf Anfrage sagt, „ist die Situation unbefriedigend“. Trotzdem befürworte er die Lösung in der Unterführung: „Es kann nicht sein, dass bei jedem Leck in der Fernwärmeleitung die Straße aufgerissen werden muss.“ So wie gerade wieder in der Blaubeurer Straße. Künftig verliefen die Leitungen zu einem großen teil oberirdisch. „Da kommt man leichter dran.“ Einen Trost hat Jung: Für die Unterführung sei eine bessere Beleuchtung geplant. Und sie sei künftig für Fußgänger gesperrt.

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