Kundgebung Alt-OB Ivo Gönner am Sonntag bei der „Pulse of Europe“-Kundgebung

Das Wetter mag mies sein, doch Alt-OB Gönner bekannte auf dem Marktplatz: „Europa steht nicht im Regen.“
Das Wetter mag mies sein, doch Alt-OB Gönner bekannte auf dem Marktplatz: „Europa steht nicht im Regen.“ © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Beate Rise 08.05.2017

Sonntagnachmittag ist Zeit für Europa. Zumindest an den vergangenen acht Sonntagnachmittagen auch in Ulm. Der Verein „Freunde Europas“, eine lokale Gruppe, die die „Pulse of Europe-Bewegung“ unterstützt, hatte zu öffentlichen Kundgebungen aufgerufen. Die hiesigen EU-Fans sind unermüdlich. Knapp 400 versammelten sich gestern auf dem Ulmer Marktplatz – und zwar trotz Regens, der pünktlich zum Beginn der Kundgebung auf die Zuhörer niederprasselte.

„Europa steht nicht im Regen“, sagte denn auch der Ulmer Alt-OB Ivo Gönner, Hauptredner der gestrigen Kundgebung. Er erinnerte daran, dass die Europäische Union gegründet wurde, „weil vor 60 Jahren mit den europäischen Verträgen die einzig richtigen Lehren aus zwei brutalen Weltkriegen gezogen wurden“. Für ihn ist Europa ein Friedens- und ein Freiheitsprojekt. „Für dieses Europa kämpfen wir.“

Deutliche Worte fand Gönner für jene Länder, „die nur nehmen, aber keinen solidarischen Beitrag leisten“, nämlich etwa bei der Aufnahme von Flüchtlingen wie  die Slowakei. Oder deren Regierungen rassistisch agieren wie in Bulgarien. Gönner: „In der EU gibt es viele Aufgaben.“

Laut Gönner ermöglicht Europa ein Leben in Freiheit und Frieden. Diese Rechte stehen aber auch im deutschen Grundgesetz. Weswegen er bekannte: „Populisten sind Verfassungsgegner, weil sie diese Rechte nicht ernst nehmen.“ Er forderte dazu auf, die Grundrechte „überall, auf dem Schulhof und am Arbeitsplatz zu verteidigen“, wofür er persönlich weder „schwachsinnige Talkshows“ noch Diskussionen um Leitkulturen brauche. Sonntag war der Tag der Frankreichwahl, ein Umstand, den Gönner so kommentierte: „Wir haben zwar unserer Vorlieben, das Recht zur Wahl haben aber die Franzosen. Wir hoffen, sie entscheiden richtig.“ Gönner erhielt langanhaltenden Applaus.

Nach dessen Rede sprach Almut Grote, Vorsitzende des Vereins „Freunde Europas“. Sie freute sich, dass trotz des miesen Wetters so viele zur Kundgebung gekommen waren. Das sei wichtig, weil alle entscheiden sollen, wie es mit den Kundgebungen in Ulm weitergehen soll. Nämlich künftig wöchentlich oder einmal im Monat. Bei weiteren wöchentlichen Demos fürchtet der Verein schwindendes Interesse, seitens der Zuhörer und der Medien, die darüber berichten. Grote forderte zu einer Abstimmung mit den Füßen auf. Am Ende hatte jene Gruppe den meisten Zulauf, die für monatliche Kundgebungen war. Grote: „Das setzt Energien frei für neue Ideen wie Diskussionsrunden, Infostände oder Europafeste.“

Damit steht fest: Künftig ist in Ulm jeder vierte Sonntag im Monat Zeit für Europa. Das nächste Mal am 4. Juni.

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