Polizei 12. Ulmer Sicherheitstag: Tipps gegen Betrüger

Die Polizei informiert am Sonntag zum Thema Sicherheit auf dem Münsterplatz (Symbolbild).
Die Polizei informiert am Sonntag zum Thema Sicherheit auf dem Münsterplatz (Symbolbild). © Foto: SWP Archiv
Ulm / Beate Rose 15.09.2018
Sieben Leute werden für ihre Zivilcourage geehrt, Tipps gegen Einbrecher und Betrüger werden gegeben: Die Polizei lädt zum Sicherheitstag.

Um Familienschmuck gebracht. Das vermeldete die Ulmer Polizei vor einer Woche. Ein Mann, der sich als Polizist ausgab, rief eine alte Frau an und erzählte ihr, dass bei Einbrechern eine Liste mit Namen gefunden wurde, unter anderem war ihr Name notiert. Um ihren Schmuck zu schützen, sollte sie ihn in eine Mülltonne legen, damit er von der Polizei fotografiert werden kann. Die Frau folgte der Aufforderung – der Schmuck war weg.

Betrüger geben sich als Polizisten oder Enkel aus

Keineswegs ein Einzelfall in der Region. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres verzeichnete das Polizeipräsidium Ulm 236 Fälle mit falschen Polizisten und angeblichen Enkeln. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum 141 Fälle. Übrigens machen die Betrüger nicht vor der Landesgrenze halt: Um ihr Vermögen gebracht wurden auch Menschen in  Neu-Ulm, Weißenhorn, Senden, Illertissen als Opfer von Telefonbetrügern. Vor allem im August erreichten diese Straftaten einen Höchstwert. Was ebenfalls oft in der Region vorkommt: Einbrüche, in Privathäuser oder Firmen. Wie man sich etwa vor Betrug am Telefon oder vor Einbrechern schützen kann,  dazu informiert die Polizei unter anderem beim 12. Ulmer Sicherheitstag am Sonntag, 16. September, auf dem Münsterplatz.

Tipps, wie man sich schützt

Denn „Sicherheit geht uns alle an. Jeder kann dazu beitragen“, sagt Uwe Krause, Pressesprecher der Polizei, bei einem Pressegespräch. Polizeihauptkommissar Jochen Rothenbacher: „Klar muss eine junge Frau, die nachts eine Schlägerei mitbekommt, nicht dazwischengehen. Aber sie kann ihr Handy zücken und die Polizei informieren.“ Auch das ist ein Trend der Zeit: Die Bereitschaft hinzugucken und zu helfen sei nicht mehr stark ausgeprägt. Den Sicherheitstag organisiert hat Polizeihauptkommissarin Svenja Niederberger. Sie hat neben Polizisten, die Auskunft geben, diverse Partner organisiert, wie Vertreter der Feuerwehr, einer Fahrschule, des DRK, der Notfallseelsorge.

Im Informationsfahrzeug des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, das am Sonntag direkt vor dem Münsterportal geparkt sein wird, werden Mitarbeiter Tipps geben wie man sich vor einem Einbruch schützen kann, nämlich so: die Haustür stets zweimal abschließen, nie die Wohnung verlassen und Fenster und Balkontüren gekippt oder gar offen lassen. Keinen Wohnungsschlüssel draußen etwa unterm Blumentopf verstecken.

Verbindung trennen

Gegen Betrug von angeblichen Polizisten wehrt man sich laut Kommissarin Niederberger am besten so: Die Verbindung trennen, indem man auflegt, was laut ihr inzwischen auch viele Leute tun. Misstrauisch sollte der Angerufene werden, wenn sich der Anrufer unter der Nummer 110 meldet, was man am eigenen Display sieht. „Unter der Nummer ruft niemals ein Polizist an“, sagt Niederberger. Und auch ein angeblicher Staatsanwalt, der flugs die Aussage des Polizisten bestätigt, wird mit zu den Betrügern gehören. Die Angerufenen sollten misstrauisch sein bei Polizisten, die Geld verlangen oder darauf drängen, dass Geld- oder Schmuckübergabe ganz schnell passieren müssen. Im Zweifelsfall gilt: „Die Polizei informieren. Lieber einmal zu viel als zu wenig.“

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Zivilcourage als Thema

Programm Der Sicherheitstag beginnt um 11 Uhr, Landrat Heiner Scheffold und Polizeipräsident Christian Nill begrüßen die Besucher gegen 12 Uhr. Sieben Menschen, die Zivilcourage gezeigt haben, werden im Studio der Sparkasse geehrt, dazu gibt es einen Vortrag zu „Gewalt gegen Helfer“ (14 Uhr), wovon auch Helfer in Live-Interviews berichten (15.45 Uhr, Bühne Münsterplatz). Polizisten stellen Szenen dar, die Zivilcourage zum Thema haben (Kiosk vor dem Polizeigebäude, 13.30, 14.30, 16.30 Uhr). Kinder können mit einer historische Feuerwehr-Leiter in die Höhe fahren. Für sie gibt’s im Kasperletheater, Büchsengasse, das Stück „Kasperle trifft das Verkehrszebra“ (14, 15 Uhr).

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