Meinung Kommentar zur Broschüre bei Schulschwänzen: Für den Weg zurück

Lokalredakteurin Beate Rose.
Lokalredakteurin Beate Rose. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Beate Rose 13.06.2018
Die Stadt Ulm hat mit dem Schulamt Biberach eine Broschüre bei Schulabsentismus herausgegeben. Schade nur, dass das zum Schuljahresende erscheint, meint Beate Rose.

Immer mehr Kinder und Jugendliche schwänzen die Schule. Man braucht sich nicht einzubilden, dass das ein Phänomen ist, das nur an bestimmten Schularten vorkommt. Jede Schulart hat Schüler, die sich dem Schulbesuch verweigern.

Damit solche Kinder nicht für immer für die Schule verloren sind, ist es nur zu begrüßen, dass die Stadt und das Schulamt eine Broschüre erarbeitet haben, die Lehrern und Schulleitern aufzeigt, was sie tun können, wenn Kinder in der Schule unentschuldigt fehlen – und das für längere Zeit. Nur braucht es dafür Lehrer, die bereit sind hinzugucken. Lehrer, die bereit sind, Eltern anzurufen und sich auch die Zeit dafür nehmen, etwa den Schüler bei Gesprächen mit dem Schulsozialarbeiter zu begleiten.

Schade ist nur, dass die Broschüre pünktlich zum Schuljahresende erscheint, wobei sich die Broschüre bis zum neuen  Schuljahr nicht überholen wird. Da gilt: Lieber spät als nie. Schade ist auch, das die Auflage von 150 Stück nicht besonders üppig ist. Den Schulen geht die Broschüre auch als E-Mail-Datei zu, wobei Lehrer hoffentlich bereit sind, ihre Dokumente auf dem Rechner durchzuforsten auf der Suche nach den Handlungsempfehlungen. Damit jene Schüler wieder einen Drall in Richtung Schule bekommen, die die Bildungseinrichtung schon aus den Augen verloren hatten.

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