Ursprünglich sollten in Böfingen, in Nachbarschaft vom Gemeindezentrum „Guter Hirte“, drei zweigeschossige Baukörper als Unterkunft für 120 Flüchtlinge entstehen. Schon kurze Zeit später war von 180 Asylsuchenden die Rede, jetzt sprach Baubürgermeister Tim von Winning auf einer Informationsveranstaltung in dem Stadtteil von 240 Personen.

Für den Standort Böfinger Weg 3, der im November 2014 vom Gemeinderat beschlossen und im März 2015 für realisierbar befunden wurde, lagen insgesamt sechs Entwürfe vor, die einen schnellen Bau in Modulbauweise bevorzugen. Mit dem Baubeschluss im November und der Vergabe an den Generalunternehmer „müllerblaustein Bauwerke“ soll auch ein zweiter Bauabschnitt realisiert werden, der für weitere 60 Menschen Platz bieten soll.

In den insgesamt sieben Gebäuden, die als so genannte Leichtbauten in Holz-Ständerbauweise schon im Oktober 2016 bezugsbereit sein sollen, ist ein Fünftel der Fläche für Sozialarbeiter vorgesehen. Die Frage sei ja nicht nur, wie die vielen geflüchteten Menschen untergebracht werden, sondern auch, wie mit ihnen umgegangen werde, wie sie versorgt und integriert werden können, sagte Werner Fischer, Koordinator für die Flüchtlingsunterbringung in Ulm. Erst kürzlich wurde eine städtische Personalaufstockung für die Flüchtlingsbetreuung beschlossen.

„Wir werden die Asylsuchenden, auch die Anerkannten, in den nächsten ein bis zwei Jahren nicht auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt unterbringen“, sagte von Winning. „Ich kann nicht versichern, dass wir in Böfingen nicht noch mehr Wohnraum brauchen.“ Allerdings werde, wenn nötig, ein „kleinteiliges Konzept“ gefahren, sprich: wenn weitere Unterkünfte geplant werden, dann an anderer Stelle. Außerdem sollen die ab April entstehenden Gebäude, die durch ihre einfache Holzbauweise lediglich eine geschätzte Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren haben, nach der Nutzung durch die Flüchtlinge als sozialer Wohnraum zur Verfügung stehen. Erst dann werde sich auch die Frage nach der Verkehrssituation an dem Standort stellen, auf der einige Anwohner bei der Infoveranstaltung insistierten.

Zum Thema geförderter Wohnungsbau werde es im März 2016 eine große Debatte geben, kündigte der Baubürgermeister an. Was die Böfinger an diesem Abend von den Plänen der Stadt hielten? Sozialer Wohnungsbau sei notwendig, aber auch konventionelle Wohnungen müssten in Böfingen entstehen, hieß es dort. Jedenfalls wolle man die 240 neuen Stadtteil-Bewohner offen empfangen, sagte Gudrun Lassernig, die sich über das rege Interesse an einem sich formierenden Helferkreis freute.