Bußen im Straßenverkehr Führerscheinentzug oder Fahrverbot: Wo liegt der Unterschied?

Wenn der „Lappen“ weg ist.
Wenn der „Lappen“ weg ist. © Foto: dpa
Ulm / Uwe Keuerleber 10.01.2019
Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Führerscheinentzug und einem Fahrverbot? Wir haben nachgefragt.

Nachdem sich zwei Jugendliche einen Rennen in der Ulmer Altstadt geliefert hatten, wurden der 18- und 21-Jährige zu einer Bewährungsstrafe und Führerscheinentzug verurteilt. Durch den richterlichen Beschluss ist damit auch ihre Fahrerlaubnis automatisch ungültig.

Fahrverbot oder Führerscheinentzug

Fahrverbot und Führerscheinentzug werden häufig verwechselt. Gemeinsam ist beiden, dass der Autofahrer eine Zeit lang kein Fahrzeug fahren darf. Im Fall des Fahrverbots wird der Führerschein für maximal drei Monate eingezogen. Der Bundesrat hat im Juli 2017 eine Gesetzesänderung gebilligt, nach der Straftätern ein Fahrverbot als Nebenstrafe droht. Bisher war das nur bei Verkehrsdelikten möglich. Ein Führerscheinentzug kann per Gerichtsbeschluss verhängt werden. In diesem Fall wird die Erlaubnis zum Führen eines Fahrzeugs vorläufig oder endgültig entzogen.

Drogen oder Alkohol am Steuer

Wer bereits mit 0,3 Promille den Verkehr gefährdet, muss seinen Führerschein, unabhängig von der 0,5 Promillegrenze, abgeben. Wird ein Autofahrer mit 1,1 Promille im Straßenverkehr erwischt, kann er seinen Führerschein gleich den Beamten aushändigen. Dazu kommen drei Punkte, auch eine Freiheits- oder Geldstrafe kann verhängt werden. Ob und wann der Führerschein bei Drogeneinfluss abgegeben werden muss, hängt von der Menge ab, die konsumiert wurde.

Geschwindigkeitsüberschreitung

Wer mit mehr als 31 Kilometer zu schnell in der Ortschaft unterwegs ist und das Pech hat auch noch geblitzt zu werden, der muss einen ganzen Monat sein Auto stehen lassen. Außerhalb der geschlossenen Ortschaft reicht es aus, wenn sie 41 Stundenkilometer zu schnell unterwegs sind, um mit einem einmonatigen Fahrverbot zu rechnen. Dazu kommt ein Bußgeld von 160 Euro und zwei Punkte. Wer außerhalb der Ortschaft 70 Stundenkilometer zu schnell ist, muss seinen Führerschein für drei Monate abgeben. Fällig ist ein Bußgeld von 600 Euro und zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei.

Rote Ampeln überfahren

Wer eine rote Ampel überfährt, die bereits länger als eine Sekunde rot ist, dem drohen ein Bußgeld von 200 Euro, zwei Punkte und bei ganz schwerem Vergehen eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

Während der Probezeit

Unterschieden wird in der Probezeit wischen A- und B-Verstößen. Als A-Verstöße gelten schwere Vergehen im Straßenverkehr, wie etwa Überholen im Überholverbot oder Unfallflucht. Bei einem einmaligen A-Verstoß wird die Probezeit um zwei Jahre verlängert und ein Aufbauseminar angeordnet. Dabei handelt es sich um eine Nachschulung, die für den Fahranfänger zusätzliche Kosten verursacht. Die Teilnahme am sogenannten ASF wird laut Straßenverkehrsordnung dann verhängt, wenn der Fahranfänger einen A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begangen hat. B-Verstößen sind weniger schwerwiegende Vergehen, wie etwa abgefahrene Reifen oder bei der Überziehung der Hauptuntersuchung.

Lebenslanger Führerscheinentzug

In § 69a des StGB wird die Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis geregelt. „Entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis, so bestimmt es zugleich, daß für die Dauer von sechs Monaten bis zu fünf Jahren keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf (Sperre). Die Sperre kann für immer angeordnet werden, wenn zu erwarten ist, dass die gesetzliche Höchstfrist zur Abwehr der von dem Täter drohenden Gefahr nicht ausreicht. Hat der Täter keine Fahrerlaubnis, so wird nur die Sperre angeordnet“.

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