Pächter sind ratlos Fuchs tummelt sich in Schrebergärten am Safranberg

Fuchs
Fuchs © Foto: Frank Fichtmueller
Ulm / Carolin Stüwe 12.09.2018
Die Pächter der Schrebergärten am Safranberg sind ratlos. Dort tummelt sich seit einiger Zeit ein Fuchs. Der Stadtjäger könnte eine Lebendfalle aufstellen.

Maria und Josef Götz sind verzweifelt. „Seit drei Monaten treibt der Fuchs sein Unwesen in unserem Schrebergarten“, klagt Josef Götz. Das Tier gräbt Löcher, kotet in die Beete und auf den Rand des Zierteichs und schleppt alte Knochen an, an denen vermutlich schon Hunde genagt haben. Es stinke scharf nach Urin und Fuchskot, und da hierbei die Gefahr besteht, dass der Kot Eier des Fuchsbandwurms enthält, zieht Maria Götz grundsätzlich Gummihandschuhe an, wenn sie im Garten arbeitet.

Da der Fuchs auch in zwei benachbarten Schrebergärten aktiv ist, hätten dessen Betreiber schon vorgeschlagen, Gift zu legen. Diesem Vorhaben hatte Josef Götz aber heftig widersprochen. Es kämen schließlich noch andere Tiere, etwa Hauskatzen, durch die Gärten. Also hatte Götz erst einmal zwei Wildbeobachtungskameras aufgestellt und bei der Auswertung festgestellt, dass es mitunter sogar zwei Füchse sind. Sie haben vermutlich in der Nähe, acht Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt, ihren Bau und sind nicht nur nachts aktiv, sondern wurden auch morgens um 9 Uhr von der Kamera erwischt.

Stadtjäger soll sich ein Bild machen

Aufgrund dieser Beweismittel hatte Götz beim städtischen Liegenschaftsamt angerufen, dem die Kleingärten gehören. Und er hatte den Förster angesprochen. Jedoch ist speziell für Wildtiere im Stadtgebiet die Untere Jagdbehörde zuständig, eine Art Ortspolizeibehörde, die zu den Bürgerdiensten gehört. Dort kennt sich Rainer Türke zwar schon mit Rehen im Neuen Friedhof aus, hat aber noch nichts von den Füchsen am Safranberg gehört, weil er gerade aus dem Urlaub gekommen ist.

Jedoch veranlasste er gleich, dass einer der beiden Stadtjäger Kontakt zum Ehepaar Götz aufnimmt und dann zu ihnen in den Schrebergarten kommt, um sich ein Bild von der Situation zu machen und in diesem Fall auch die vorliegenden, wenn auch unscharfen Kamerabilder anzuschauen. Da im befriedeten Gebiet, also in Siedlungsnähe grundsätzlich nicht geschossen werden darf, wird meist mit der Lebendfalle gearbeitet und das Wildtier dann im Wald wieder freigelassen. Allerdings sei es in Ulm eher die Ausnahme, dass Füchse in die Gärten kommen, sagt Türke.

Grundsätzlich nimmt er in solchen Fällen auch Kontakt zu Kreisjägermeister Max Wittlinger auf, der zugleich als Förster bei der Stadt angestellt ist. Wittlinger nannte auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE Tipps, wie man vermeiden kann, dass Füchse angelockt werden: keine Speisereste auf den Komposthaufen werfen, und Besitzer von Haustieren sollten keine Fressnäpfe von Hund oder Katze draußen stehen lassen.

Seit 1. August sei die Jagd auf Füchse wieder frei. Und die Jäger würden sich bemühen, dass sie in Richtung Ortsnähe „verstärkt die Rotfüchse bejagen“. Sie würden vor dem Abdrücken aber genau schauen, damit sie keine rothaarige Katze erwischen, versichert der Kreisjägermeister.

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So schützt man sich vor dem Fuchsbandwurm

Vorbeugung Man kann sich vor der Infektion schützen, indem man Obst und Gemüse, das am Boden oder in Bodennähe wächst, vor dem Essen oder Verarbeiten immer gründlich wäscht oder kurz kocht;
nach dem Arbeiten oder dem Spielen im Freien die Hände gründlich waschen und dabei die Fingernägel bürsten;
Spielsachen, die draußen benutzt werden, regelmäßig reinigen. Dafür reichen heißes Wasser und Spülmittel;
Haustiere regelmäßig entwurmen;
hatten Katze oder der Hund Kontakt zu Wildtieren (oder Kadavern), müssen sie abgeseift und geduscht werden.

Ausnahme In Gebieten, die sehr gefährdet sind, sollten wild wachsende Früchte oder Pilze nie roh gegessen werden. Diese immer kurz aufkochen lassen (30 Sekunden reichen schon), das macht die Wurmeier unschädlich. Auch Trockenheit überstehen sie nicht. Pilze kann man also trocknen.

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