Fasnet 2019 Ulm Diese Tipps bei Kater beachten - von Konterbier bis Rollmops

Salzig und eiweißreich: Rollmops ist gut bei einem Kater.
Salzig und eiweißreich: Rollmops ist gut bei einem Kater. © Foto: ©Christian Jung / fotolia.com
Ulm / Sandra Kolb 11.02.2019
Wer zur Fasnet zu viel getrunken hat, dem kann es am Tag danach mit diesen Tipps trotzdem gut gehen. Wir räumen mit Kater-Mythen auf.

Die Narren sind los, Bier und Schnaps fließen beim bunten Treiben während der Fasnet in rauen Mengen. Doch am Morgen danach öffnen sich die Augen nur schwer. Das Licht ist viel zu hell, wie Blitze durchzuckt es den Kopf mit Schmerzen. Und der Magen! Er rumort, er wehrt sich gegen jeglichen Inhalt, er schreit nach Wasser. Durst, er ist fast unerträglich! Ja, er ist wieder da: Der Kater.

Wie sollen die Leidenden dagegen vorgehen? Um die Vermeidung und Bekämpfung des Katers ranken sich einige Mythen: der Döner in der Nacht, der Rollmops am Morgen, das Konterbier am nächsten Tag. Doch was hilft wirklich? Der Allgemeinmediziner und Vorsitzende der Kreisärzteschaft Dr. Norbert Fischer und Ernährungsberaterin Daniela Cantali von der Ulmer Praxis Median für Ernährungsberatung und -therapie geben Antworten.

Zunächst sollte Grundlegendes geklärt werden:

Was ist eigentlich ein Kater?

Der Kater hängt, kaum verwunderlich, mit dem Konsum von Alkohol zusammen. „Alkohol löst die vermehrte Ausschüttung eines Hormons aus, das zur höheren Ausscheidung von Flüssigkeiten führt. Das kennen Sie sicher: Wenn Sie Alkohol trinken, müssen sie vermehrt auf die Toilette. So gehen auch Mineralien verloren“, erklärt Daniela Cantali. Zudem kommt es durch den Verlust von Flüssigkeiten zu einem erhöhten Blutdruck, der dann Kopfschmerzen auslöst. Während des Trinkens blockiert der Alkohol die Synapsen im Gehirn. „Es kommt zu Nebenwirkungen im Zentralen Nervensystem: Gleichgewichtsstörungen, Enthemmungen, Sprachstörungen, Schwindel. Also bitte nicht Autofahren“, sagt Norbert Fischer.

Was ist dran an den Kater-Mythen?

Was man besser dagegen tun sollte und was nicht, darüber scheiden sich die Geister. Tipps gibt es genügend. Doch was ist dran an den Kater-Mythen?

Kater vorbeugen mit Essen und viel Trinken

Das stimmt, sagen beide Experten. „Sie sollten bewusste und nicht zu große Portionen essen. Mit Genuss und nur so viel, bis sich das Hungergefühl einstellt“, sagt Daniela Cantali und fügt hinzu „Sie trinken auch automatisch weniger Alkohol, wenn der Magen schon voller Wasser ist.“ Norbert Fischer rät vor allem zu fettiger Nahrung. „Das verzögert die Aufnahme von Alkohol vom Magen ins Blut.“ Wer zudem schnell unter einem gereizten Magen leidet, kann vorab einen Säureblocker nehmen. Der Allgemeinmediziner spricht da aus Erfahrung: „Das hilft mir auch, wenn ich Rotwein trinke.“

Prickelnder Sekt steigt schneller in den Kopf

Die Ernährungsberaterin ist sich sicher: das stimmt. „Der prickelnde Sekt reizt die Magenschleimhaut. Dadurch wird der Alkohol schneller aufgenommen ins Blut und wir spüren ihn schneller im Kopf.“ Das gilt auch für warme Getränke. Also: Vorsicht beim Glühwein.

Bier auf Wein, das lass‘ sein, Wein auf Bier, das rat‘ ich dir  

So gerne der ein oder andere sich an dieser Weisheit festhält: „Das ist ein Mythos“, sagt Cantali, „Wein wird zwar oft in kleineren Mengen getrunken, hat aber mehr Alkohol, und Bier wird dafür schneller getrunken. Also führt man sich am Ende die gleiche Menge Alkohol zu.“ Schade.

Döner in der Nacht mildert den Kater

Heißhunger beim Trinken ist normal: Der Blutzuckerspiegel sinkt durch den Alkohol drastisch ab – das macht hungrig. Doch beim nächtlichen Döner ist die Ernährungsberaterin skeptisch: „Nachts noch eine Kleinigkeit zu essen, ist okay. Aber ein Döner hat viel Fett und Kohlenhydrate. Die Leber hat bereits mit dem Alkohol zu tun und dann muss sie das auch noch bewältigen. Ein belegtes Brot wäre da besser.“ Wenn der Feiernde dazu dann noch in der Lage ist, versteht sich.

Rollmops am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Sagen wir mal so: Wer es schafft, verkatert einen stark duftenden Rollmops zu essen, macht auf jeden Fall nichts falsch. „Der Fisch hat viele Eiweiße, die gut verdaulich sind und somit den Magen schonen. Außerdem hat er hochwertige Omega-3-Fettsäuren und ist salzig – also ein guter Mineralausgleich“, sagt die Ernährungsberaterin. Eine Alternative hat sie aber auch: geräucherten Lachs.

Konterbier

Beim Geruch von Bier am nächsten Morgen dürfte sich bei einigen der Magen umdrehen. Dennoch: Das Konterbier hält sich hartnäckig in der Liste der Anti-Kater-Mythen. Aber die Experten sind sich einig: Finger weg. „Der Alkohol im Blut gibt im Kopf erst mal ein besseres Gefühl. Bier hat auch viele Mineralien. Aber: Leberschonung ist angesagt“, sagt Daniela Cantali.

Die Experten-Tipps

Tipps haben die Experten auch: Den Kopf mit Eiswürfel kühlen und raus an die frische Luft für einen Spaziergang. Die Ernährungsberaterin empfiehlt ein gutes Katerfrühstück. „Es sollte auf jeden Fall magenschonend sein.“ Dazu gehören kalorienfreie Getränke, wie ungesüßter Tees, gut verdünnte Fruchtsaftschorlen, ungezuckerter Kaffee, Mineralwasser. „Über den Tag verteilt können Sie dann mehrere kleinere Mahlzeiten essen. Hier sind belegte Brote und Eintöpfe gut.“

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