Kommentar Harald John über den Start des Donaufests Fröhliches Fest der Patrioten

Harald John
Harald John © Foto: privat
Ulm / Harald John 09.07.2018

Befragt nach seiner Vision des Donaufests 2030 antwortete Ulms Alt-OB Ivo Gönner gestern beim SWP-Presseclub: „Die Donau fließt noch immer von West nach Ost und an ihren Ufern feiern die Donau-Patrioten.“

Feiernde Donau-Patrioten, das ist ein schönes Bild auch für das aktuelle Donaufest, das mit Bilderbuchwetter und bestens gelaunten Besuchern sein erstes Wochenende erlebt hat. Beim „Slawonischen Abend“ rund um die Weindorf-Bühne, aber auch an vielen anderen Orten war zu beobachten, wie Deutsche, Ungarn, Serben, Kroaten und Bosnier fröhlich miteinander feierten und am Ende einhellig den Sieg der Kroaten bejubelten. Nach dem Motto: Wenn schon die Deutschen und die Serben ausgeschieden sind, feiern wir eben den letzten Donau-Anrainer im Turnier. Dieses Miteinander, das gelegentlich mangels Sprachkenntnissen mit Händen und Füßen gelebt wird, ist der wahre Markenkern des Donaufestes.

Natürlich geht es in erster Linie um Musik und Party, um Essen und Trinken. Aber dieses friedliche Miteinander der verschiedenen Nationalitäten zieht sich durch das Fest wie die Donau durch Europa. Und das ist in dieser Zeit des Rückfalls in nationalstaatlichen Chauvinismus eine besonders schöne Botschaft: An beiden Donauufern feiern keine Populisten, sondern Patrioten. Und das noch bis zum Ende der Fußball-WM.

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