Ulm Fritz & Macziol verliert seinen Namen

Ulm / FRANK KÖNIG 17.09.2016
Die Spekulationen bewahrheiten sich: Das große Ulmer Systemhaus Fritz & Macziol verliert nach Integration in den Vinci-Konzern seinen Namen und heißt Axians IT Solutions.

Das Hard- und Software-Unternehmen Fritz & Macziol verliert im Zuge der Integration in den französischen Vinci-Konzern seinen Namen.  Die Firma, die bei Vinci Energies zur IT-Tochter Axians gehört, heißt künftig Axians IT Solutions. Das bestätigte gegenüber unserer Zeitung nun Marketingchef Ulrich Hampe.

Gleichwohl soll das bedeutende Ulmer Unternehmen, das im Herbst 2014 von Vinci übernommen wurde, nach Hampes Worten eine eigenständige Tochtergesellschaft bleiben. Fritz & Macziol beschäftigt zurzeit  800 Mitarbeiter, der Hauptsitz ist im Gewerbegebiet Jungingen.

Hampe sagte, der Namenswechsel sei auch schon mit Co-Unternehmensgründer Heribert Fritz abgesprochen worden, der das Systemhaus Ende vergangenen Jahres überraschend hatte verlassen müssen.

Daraufhin hatte Oliver Schallhorn, der Fritz & Macziol zwischenzeitlich den Rücken gekehrt hatte, aber bei der Übernahme durch Vinci bereits wieder an Bord war, das Kommando übernommen. Schallhorn verkündete im Frühjahr noch ein starkes Umsatzwachstum um 20 Prozent auf rund 340 Millionen Euro, wurde aber dann im vergangenen Juni ebenfalls überraschend abberufen. Stattdessen führt der Chef von Vinci Energies, Reinhard Schlemmer, nun die Geschäfte in dem Ulmer Unternehmen.

Das Branchenmagazin IT-Business berichtete, Schlemmer beschreite mit der Ulmer Firma neue Wege und wolle die Verantwortung auf 20 Geschäftseinheiten (Business Units) übertragen, die dezentral auftreten. Wie es in einer Mitteilung heißt, führe die strategische Aufstellung in den Business Units zu hoher Fachkompetenz. Die Bedeutung der Firma am Hörvelsinger Weg für Axians ist demnach erheblich, die Ulmer steuern mehr als die Hälfte des Umsatzes von 600 Millionen Euro bei.

Fritz & Macziol hat seine führende Position unter dem deutschen Systemhäusern gerade eben erst wieder untermauert. Die Firma ist bei einer Branchenumfrage in der Kategorie „Große Systemhäuser“ erneut unter den Top drei gelandet. Sprecher Ulrich Hampe nahm im Rahmen des Kongresses „Chancen 2017“ in Düsseldorf in den vergangenen Tagen dafür einen  Preis entgegen.

F & M

Das Unternehmen  Fritz & Macziol (F & M) wurde 1987 von Heribert Fritz und Eberhard Macziol gegründet. Die beiden entwickelten den Newcomer zu einem in der IT-Branche  angesehenen Unternehmen.  2006 entschloss sich das Gründerduo, seine Firma an den holländischen Imtech-Konzern zu verkaufen. Fritz und Macziol führten die Geschäfte aber weiter. Imtech geriet in die finanzielle Klemme, was zu zweierlei führte: Zu einem veritablen Streit zwischen den beiden F & M-Gründern, der mit dem Ausscheiden Macziols endete. Und dazu, dass F & M unters Dach des französischen Großkonzerns Vinci kam. Aus dem schied aus bis heute nicht bekannten Gründen Ende 2015 Heribert Fritz aus. Mitte 2016 dann auch die F & M-Manager Oliver Schallhorn und Stephan Pawlowski. Nach Ende des Konkurrenzverbots 2015 heuerte Macziol als Vertriebsgeschäftsführer beim Software-Unternehmen Wilken an, das am Hörvelsinger Weg neben F & M residiert.

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