Ruhestätte Was die Stadt für den Söflinger Friedhof plant

Gräber auf dem Söflinger Friedhof: Neugestaltung geplant
Gräber auf dem Söflinger Friedhof: Neugestaltung geplant © Foto: Stadt Ulm/swp
Söflingen / Christoph Mayer 21.09.2017
Umbau der Aussegnungshalle, Neugestaltung der Wege und mehr: Die Stadt hat Bürgern den Sanierungsplan für den Söflinger Friedhof vorgestellt.

Noch in diesem Herbst soll es losgehen mit der Umgestaltung des Söflinger Friedhofs. Dickster Batzen dabei: die Aufwertung der Aussegnungshalle. Wie die aussehen wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch offen und soll erst in der Sitzung des zuständigen Fachbereichsausschusses im Oktober entschieden werden. Architekt Boris Spegel vom Gebäudemanagement der Stadt Ulm  stellte den Söflingern am Dienstagabend bei einem Informationsabend in der Meinloh-Grundschule zwei mögliche Varianten vor.

Zwei Varianten

Variante eins sieht vor, das Vordach der Halle zu erweitern, um darunter mehr Platz für Beerdigungsversammlungen zu schaffen.  Variante zwei sieht einen Rückbau vor, sprich: die Wiederherstellung der ursprünglichen Eingangssituation. Durch eine dann möglich werdende „Optimierung der Bestuhlung“ (Spegel) könnte auf diese Weise ebenso mehr Platz geschaffen werden, wobei eine Erneuerung der Sitzgelegenheiten in beiden Fällen ins Auge gefasst ist.

 Dass mehr Kapazitäten benötigt werden, ist unstrittig. In Söflingen gebe es jährlich 230 Erdbestattungen, häufig seien die Trauergesellschaften recht groß, sagte der Söflinger Stadtrat Karl Faßnacht. „Da kommen schon  mal 50 bis 60 Leute zusammen.“ Die man – je nach Wetterlage – nicht im Regen, Wind oder in der prallen Sonne stehen lassen möchte. Mit dem Umbau der Aussegnungshalle einher geht die Installation einer Beschallungsanlage, damit bei größeren Beerdigungen weiter entfernt stehende Trauergäste der Bestattungszeremonie auch akustisch folgen können.

Zum Sanierungspaket gehören zudem Verbesserungen fürs Personal, sagte Spegel: So werden die Umkleideanlagen an zeitgemäße Erfordernisse angepasst, der Betriebshof erhält eine zusätzliche Garage. Die Toilettenanlage für Besucher wird barrierefrei umgebaut und erhält zudem einen Wickeltisch.

Den Abschluss der Maßnahme markiert die Ertüchtigung der Außenanlagen, die aber erst im Frühjahr ansteht. Unebenheiten der Wege sollen beseitigt werden, teilweise ist auch an eine Verbreiterung der Wege gedacht, damit das Friedhofspersonal und die Steinmetze mit ihren Fahrzeugen besser durchkommen. Zu guter Letzt soll die Friedhofsmauer ein schöneres Antlitz erhalten.

Nächtliche Schließung gefordert

Die beim Info-Abend anwesenden Bürger begrüßten die Sanierungspläne, hatten aber auch Fragen und Anregungen. So wünschte sich einer eine Urnenwand. Das sei zwar in der Diskussion, falle aber in eine andere Kategorie als die Sanierung, antwortete  ihm Stadtrat Faßnacht. „Die Gestaltung der Beerdigungskultur steht erst im nächsten Durchlauf an.“

Für eine nächtliche Schließung des Friedhofs sprach sich ein anderer Bürger aus. Der Grund: Nachts träfen sich dort immer wieder junge Leute zum „Vorglühen“, tags drauf lägen leere Wodkaflaschen oder sogar Bierkästen auf dem Terrain. Spegel zufolge gilt in der Stadt Ulm eine einheitliche Regelung, derzufolge die Friedhöfe 24 Stunden am Tag zugänglich zu sein haben. Ob das so bleiben müsse, stellte Martin Ansbacher, Vorsitzender des Vorstadtvereins und in dieser Eigenschaft auch Gastgeber der Info-Veranstaltung, in Frage. „Wenn das regelmäßig vorkommt, muss man über eine nächtliche Schließung nachdenken.“

Vorstadtfriedhof macht den Anfang

Elf Stadtteilfriedhöfe Bis 2019 will die Stadt Ulm alle elf Stadtteilfriedhöfe umgestalten beziehungsweise modernisieren. Rund 2,4 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Den Anfang macht der nahe des Ortskerns gelegene Söflinger Stadtteilfriedhof, der neben dem Wiblinger einer der flächenmäßig größten ist. Sanierungsbeginn soll noch in diesem Jahr sein, die Ertüchtigung der Wege wird allerdings ins nächste Frühjahr verlegt. Kosten für die Maßnahme in Söflingen: knapp 700 000 Euro.

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